Tägliches Brot Gottes Wort jeden Tag – Aktuell mit Lutherbibel 2017
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Samstag, 10. August 2019

Juni 23

So wahr der HERR lebt

Jeremia 16,1-21 (15)

Sondern: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten geführt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte.« Denn ich will sie zurückbringen in ihr Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.

Gott hatte seinen Frieden, seine Gnade und Barmherzigkeit von seinem Volk weggenommen, weil ihre Väter Gott verlassen hatten und sie selbst noch verstockter und ungehorsamer als ihre Väter waren. Deshalb wollte Gott sie in die Gefangenschaft führen und dort würden sie anderen Göttern dienen. Gott wollte Jeremia vor Tod und Leid schützen. Aus diesem Grund sollte er nicht heiraten und keine Kinder bekommen. Ehe und Kinder sind Gottes Segen, aber dieser Segen würde zur Quelle der Schmerzen werden. Gott wies Jeremia weiter an, auch in kein Trauerhaus mehr zu gehen und auf keine Party, als Zeichen des Gerichtes. Wenn dann die Leute ihn fragen würden, warum er dies nicht tat, sollte er dies klar erklären und nicht sagen: „ich hatte keine Zeit“. Jeremia würde nie aus dem Mund seines Sohnes dessen großartigen Zukunftsplan hören. Deshalb erzählte Gott ihm nun seine unfassbaren und großartigen Pläne, die bis in unsere Gegenwart und darüber hinaus reichen. Seit dem Jahr 1882 bis heute sind ca. 3 Millionen Israeliten aus 130 Ländern aller fünf Kontinente, vor allem aus dem Lande des Nordens (Russland), nach Israel zurückgekehrt, eine in der Geschichte der Menschheit einmaliger Vorgang. Dies ist ein klarer Beweis, dass unser HERR lebt und er voller Gnade und Barmherzigkeit ist.

Gebet: Herr, ich bin ein Zeitzeuge, dass du lebst!

Ein Wort: Der HERR lebt und erfüllt sein Wort!

Freitag, 9. August 2019

Juni 23

Gott bestätigt seine Verheißung

Jeremia 15,1-21 (20)

Denn ich mache dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR,

Gott hatte kein Herz mehr für sein Volk, selbst wenn Samuel und Mose vor ihn kämen. Auf ihre Frage hin, wohin sie gehen sollten, forderte sie Gott nicht mehr zur Buße auf. Stattdessen sagte er nur noch, dass sie für Tod, Schwert, Hunger und Gefangenschaft bestimmt waren und dies erfahren werden. Wie hart waren diese Worte! Gott war des Erbarmens müde (6) und Jeremia seines Predigtamtes. Jeremia konnte diese harten Worte nicht mehr ertragen und fing an, sich bei Gott darüber zu beschweren, wie viel er leiden musste. Gott ging auf diese Beschwerde gar nicht ein, sondern gab ihm die Zusage doch etliche übrig zu lassen (11). Doch diese Zusage konnte das Herz von Jeremia nicht trösten. Jeremia hatte sehr unter der Einsamkeit gelitten. Er hatte wegen der Gerichtsankündigung nie im Kreis der Fröhlichen sitzen können. Gottes Wort war zwar immer seine Speise gewesen und hatte seinem Herzen Trost und Freude gegeben, aber die Zeit der Leiden war zu lang. Er konnte einfach nicht mehr. Die Szene erinnert an Abraham, der nach seinem zehnjährigen Glaubensleben auch in die tiefe Verzweiflung geriet. Gott bestätigte seine Verheißung an Abraham (1. Mo 15,5ff). Gott bestätigt auch hier seine Verheißung an Jeremia. Jeremia sollte weiter sein Prediger und Mund sein. Gott hatte ihn zur festen ehernen Mauer gemacht (1,18).

Gebet: Herr, danke für deine Bestätigung.

Ein Wort: Du sollst mein Prediger bleiben!

Donnerstag, 8. August 2019

Juni 23

Um deines Namens willen

Jeremia 14,1-22 (20.21)

HERR, wir erkennen unsren Frevel und unsrer Väter Missetat; denn wir haben wider dich gesündigt. Aber um deines Namens willen verwirf uns nicht! Lass den Thron deiner Herrlichkeit nicht verspottet werden; gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören!

Diese vielen Verse des Gerichts oder der Ankündigung des Gerichts zu lesen ist nicht einfach, vor allem frühmorgens. Aber es ist wichtig dabei zu sehen, dass sie ein Gespräch zwischen Gott und seinem Knecht Jeremia sind. Jeremia hörte auch inmitten des Gerichts und den weiteren Ankündigungen des Gerichts nicht auf mit Gott zu sprechen und für sein Volk zu beten: „Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben “(7). Obwohl Gott Jeremia sogar untersagte, für das Volk weiter um Gnade zu bitten (11), konnte Jeremia nicht aufhören für sein Volk zu beten. Er bekannte die Sünde seiner Väter und bat für sein Volk um Gottes Gnade. Die Zuversicht für das Gebet bekam Jeremia durch den Glauben an den Namen Gottes (7.21). Das Gebet Jeremias erinnert an Abrahams Gebet inmitten des Gerichts für seinen Neffen Lot und die Stadt Sodom (1.Mo 18,16ff). Jesus hat uns verheißen unser Gebet in seinem Namen zu erhören (Joh 14,13). Jesu Name bedeutet „Gott rettet“ und „Gott mit uns“. Auf diesen Namen dürfen wir vertrauen und im Glauben an diesen Namen trotz der schon spürbaren Dürre weiter beten.

Gebet: Herr, ich vertraue auf deinen Namen.

Ein Wort: Um deines Namens willen!

Mittwoch, 7. August 2019

Juni 23

Der unnütze Gürtel

Jeremia 13,1-27 (11)

Denn gleichwie der Gürtel um die Lenden des Mannes gebunden wird, so habe ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda um mich gegürtet, spricht der HERR, dass sie mein Volk sein sollten, mir zum Ruhm, zu Lob und Ehren; aber sie haben nicht gehört.

Jeremia bekam von Gott einen merkwürdigen Auftrag. Er sollte einen Leinengürtel kaufen und sich mit ihm gürten. Dann sollte er an den Euphrat gehen, ihn dort in eine Felsspalte stecken und wieder zurückgehen. Nach langer Zeit sollte er sich erneut aufmachen und den Gürtel aus dem Versteck wieder herausholen. Der Gürtel war verdorben, so dass er nicht mehr zu gebrauchen war. Da geschah Gottes Wort zu Jeremia. Gott wollte ebenso den großen Hochmut Judas und Jerusalems verderben. Dieses böse Volk, das nicht auf Gottes Worte hören wollte und anderen Göttern folgte, sollte so werden wie dieser Gürtel, der zu nichts mehr taugte. Gott hatte sein Volk, wie einen Gürtel eigentlich eng an sich gebunden, so dass sie sein Volk sein sollten, Gott zum Lob und zur Ehre. Sie aber hatten nicht gehört. Gott würde das ganze Volk in die Gefangenschaft führen. Sie waren an das Böse gewöhnt und eine Veränderung oder Umkehr zu Gott schien unmöglich, wie ein Mohr seine Hautfarbe nicht ändern kann (23). Apostel Paulus war wegen seines Hochmuts und seiner Selbstgerechtigkeit auch ein „nutzloser Gürtel“ und wie ein Mohr, der seine Hauptfarbe nicht ändern kann. Aber die Begegnung mit Jesus veränderte sein Leben völlig. Er wurde von einem nutzlosen Menschen zu einem Werkzeug Gottes (Apg 9).

Gebet: Herr, danke, in dir gibt es Hoffnung.

Ein Wort: Sei Gott nützlich!

Dienstag, 6. August 2019

Juni 23

Jeremias Klage und Gottes Antwort

Jeremia 11,18-12,17 (12,5)

Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie willst du mit Rossen wetteifern? Und wenn du nur im friedlichen Lande sicher bist, was willst du tun im Dickicht des Jordans?

Gott ließ Jeremia wissen, dass einige Männer seiner Heimatstadt Anatot ihn töten wollten. Jeremia fühlte sich deshalb wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Er fing an, sich bei Gott zu beklagen. Allerdings verpackte er seine Klage, wie lange er noch leiden sollte, in eine allgemeine Frage: „Warum geht’s doch den Gottlosen so gut, und die Abtrünnigen haben alles in Fülle?“ Indirekt ausgedrückt behauptete er, ein reines Herz zu haben. Er forderte dann das von Gott, wie er sich selbst fühlte, nämlich, dass Gott die Gottlosen wie Schafe schlachten sollte (3). Was antwortete Gott? Gott kündigte ihm noch größere Leiden an. Sein jetziges Leben verglich Gott mit einem Spaziergang im sicheren Land. Wenn er jetzt schon müde war, wie sollte er dann mit Pferden um die Wette laufen können? Was würde er im Dickicht des Jordans tun, wo jeder wusste, dass dort Löwen wohnen? (49,19). Statt sich über seine Leiden zu beklagen, sollte er Gottes Leiden um sein Volk verstehen. Gott musste sein Haus verlassen, sein Erbe verstoßen, das seine Seele liebt und in die Hand der Feinde geben (7). Nicht die Löwen am Jordan waren das Problem, sondern dass Gottes Volk wie ein Löwe im Wald geworden war und Gott anbrüllte (8).

Gebet: Herr, vergib mein Gejammer beim Spaziergang. Hilf mir, dass Brüllen des Löwen im Walde wider dich zu hören und dein Herz zu verstehen.

Ein Wort: Das Glaubensleben ist kein Spaziergang

Montag, 5. August 2019

Juni 23

Ein grüner Ölbaum

Jeremia 11,1-17 (16)

Der HERR nannte dich einen grünen, schönen, fruchtbaren Ölbaum; aber nun hat er mit großem Brausen ein Feuer um ihn anzünden lassen, sodass seine Äste verderben müssen.

Gott hatte mit seinem ganzen Volk am Berg Sinai einen Bund geschlossen. Die Spaltung des Volkes in Nordisrael und Juda war eine Folge des Götzendienstes Salomos gewesen (1.Kö 11,33). Gott hatte Nordisrael wegen seines Bundesbruchs schon 722 v.Chr. gerichtet. Vermutlich meinten die Bewohner Judas und Jerusalems, an die sich dieses Kapitel richtete (Kapitel 10 für ganz Israel!), immer noch, dass sie besser seien als Israel. Doch Gott sagte ihnen unmissverständlich, dass nicht nur Israel, sondern auch Juda den Bund gebrochen hatte (10). In Jerusalem gab es so viele Götzenaltäre wie Straßen. Ganz Israel hatte Gott einen schönen wohlgestalteten Ölbaum genannt. Sie hätten im Bund mit Gott gute Früchte bringen können und alle Segnungen der Bundesverheißung erfahren können (5. Mose 28). Aber dieser Bund beinhaltete nicht nur Segnungen, sondern auch klare Strafen bei Nichteinhaltung des Bundes, wie dies auch heute in der Wirtschaft nicht anders ist. Paulus greift das Bild vom Ölbaum im Römerbrief auf. Als Christen haben wir einen neuen Bund durch das Blut Christi (Mt 26,28), aber wenn wir diesen Bund nicht halten, kann er auch uns, die wir unedle Zweige am Ölbaum Gottes sind, ausreißen und andere einpfropfen (Röm 11,17-24).

Gebet: Herr, die Geschichte Israels und Judas ist mir eine Warnung.

Ein Wort: Halte den Bund durch Dank und Gehorsam.

Samstag, 3. August 2019

Juni 23

Er heißt HERR Zebaoth

Jeremia 10,1-25 (16)

Aber so ist der nicht, der Jakobs Schatz ist; sondern er ist’s, der alles geschaffen hat, und Israel ist sein Erbteil. Er heißt HERR Zebaoth.

Gott warnt sein Volk, die Bräuche der Heiden anzunehmen. Götzen sind von Menschen gemacht, sie können nicht reden und sind wie „Vogelscheuchen im Gurkenfeld“. Sie können weder helfen noch Schaden tun, deshalb braucht man sich nicht vor ihnen zu fürchten. Statt Furcht vor Götzen zu haben, sollten sie den HERRN fürchten, den König der Völker. Sein Königreich ist unvergleichlich. Er ist wahrhaftig, lebendig und ewig. Diese Botschaft sollten sie den Heiden weitergeben, deshalb ist Vers 11 in aramäisch geschrieben. Der HERR ist der HERR Zebaoth. Zebaoth bedeutet „Heerschar“ oder „Allherrscher“. Im Buch Jeremia kommt diese Gottesbezeichnung sehr häufig vor. David kämpfte im Glauben an den Namen des HERRN Zebaoth (1.Sam 17,45). Auch Jeremia kämpfte im Glauben an diesen Gott gegen den Götzendienst. Götzen werden in unseren Herzen geschaffen. Alles Mögliche kann unser Gott werden, wenn wir uns davon Schutz, Sicherheit, Trost oder Glück erhoffen. Luther sagt: „Worauf du nun dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott“. Wer sich auf Geld, Gut, Gelehrsamkeit, Klugheit, Macht, Einfluss, Freundschaft und Ansehen verlässt, so Luther, hat auch einen Gott, aber nicht den rechten. Wie kein anderer hat Luther gegen den Götzendienst in Europa gekämpft und an den Herrn Zebaoth geglaubt (Lied 351).

Gebet: Herr, ich will mein Herz allein an dich hängen und mich auf dich verlassen, weil du der HERR Zebaoth bist.

Ein Wort: Er heißt HERR Zebaoth!

Freitag, 2. August 2019

Juni 23

Rühme dich, den HERRN zu kennen

Jeremia 9,1-25 (23)

Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.

Jeremia beschreibt die gottlose Gesellschaft Judas, indem er auf ihren Mund und ihre Worte schaute, ähnlich wie es Paulus im Römerbrief tut (Röm 3,13.14). Auf das Wort eines Freundes oder Bruders sollte man sich verlassen können. Doch sogar diese Beziehungen waren von Lüge, Betrug und Heuchelei geprägt. Ihre Zungen waren wie tödliche Pfeile. Enttäuschung und Misstrauen waren die logischen Folgen und machten das Leben unerträglich, so dass auch Jeremia sein Volk verlassen wollte. Es gibt nur einen Ausweg. Statt sich mit den giftigen Pfeilen der anderen zu beschäftigen oder selbst neue loszuschießen, muss man seine Ohren neu dem Wort Gottes zuwenden (12). Auf Gottes Wort ist Verlass. Gottes Wort ist ohne Lüge und Heuchelei. Doch was hindert uns, uns dem Wort Gottes anzuvertrauen? Damals wie heute ist es unser Vertrauen auf weltliche Weisheit, Stärke und Reichtum einerseits, anderseits auch die Sünde unserer Väter (13). Abraham konnte die Sünde seiner Väter überwinden (Jos 24,2), indem er sich dem Wort Gottes anvertraute und ihm gehorchte (Gen 12,1-4). So wurde Abraham zu einem der klügsten Menschen der Welt, der den HERRN kannte.

Gebet: Herr, danke, dass du mir meine giftigen Worte vergeben hast und ich auch deshalb die der anderen vergeben kann. Hilf mir, endlich klug zu werden und wie Abraham deinem Wort zu vertrauen und zu gehorchen.

Ein Wort: Sei klug und kenne den HERRN!

Donnerstag, 1. August 2019

Juni 23

Wozu wollen wir noch da sitzen?

Jeremia 8,14-22 (17.18)

Denn siehe, ich will Schlangen und Nattern unter euch senden, die nicht zu beschwören sind; die sollen euch stechen, spricht der HERR, ohne dass es Heilung gibt. Kummer steigt in mir auf. Mein Herz ist krank.

„Wozu wollen wir noch da sitzen?“ Mit diesen Worten beginnt Jeremia seinen Aufruf an sein Volk, die Wahrheit des drohenden Gerichtes wahrzunehmen. Während das Volk gemütlich herumsaß, konnte Jeremia das Schnauben der Rosse der Feinde hören und das Beben des Landes spüren. Die festen Mauern der Städte oder die von Menschen erschaffenen weltlichen Sicherheiten, bieten keinen Schutz vor Gottes Gericht. Die Prophezeiungen von „Frieden“ werden sich als falsche Hoffnungen erweisen. Einst hatte Mose im Auftrag Gottes eine eherne Schlange aufgerichtet (4. Mo 21,8). Das Blicken auf diese Schlange hatte Heilung und Rettung gebracht. Doch diesmal würden die Bisse der Schlangen tödlich sein. Kummer stieg in Jeremia auf und machte sein Herz krank, denn er konnte die zukünftigen Klagen seines Volkes im Gericht jetzt schon hören: „Will denn der Herr nicht mehr in Zion sein? Ist denn keine Salbe oder kein Arzt da? Warum werden wir nicht geheilt?“ In unserem Leben ist es wichtig, rechtzeitig zu dem einzigen Arzt zu gehen, der uns von dem Schlangenbiss der Sünde heilen kann (Joh 3,14-16).

Gebet: Herr, ich höre endlich das Begeben meines Landes. Ich will nicht mehr herumsitzen, sondern aufstehen und zu Jesus meinem Arzt gehen und nicht den Schutz der festen Stadt suchen. Herr, mich jammert von Herzen, dass mein Land voll Götzendienst ist.

Ein Wort: Es ist ein Arzt da, Jesus!

Mittwoch, 31. Juli 2019

Juni 23

Zugvögel halten die Zeit ein

Jeremia 8,1-13 (7)

Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

In diesen Versen geht es vor allem um die Sünde der Priester und Propheten und Gottes Gericht über sie und das Volk. Die Priester und Propheten hielten sich für weise und meinten, das Gesetz des Herrn zu haben. Doch sie hatten Gottes Wort zur Lüge gemacht. Statt die Umkehr zu Gott zu predigen, hatten sie „Friede“ gepredigt, wo doch kein Friede ist. Es gibt nur einen Weg des Friedens, das ist die Buße, die Abkehr von der Sünde und die Hinwendung zu Gott. Die Umkehr zu Gott hält Gott selbst für natürlich, so spricht er: „Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?“ Auch die Zugvögel halten ihre Zeit der Umkehr ein. Gott hatte seinem Volk durch sein Wort eine „innere Uhr“ gegeben, wie sie die Zugvögel haben. Aber die Priester hatten diese Uhr durch ihre Lügenpredigt abgestellt. Die Uhr stand nicht mehr auf „Alarm“, sondern auf „Friede“. So gab es im Volk Gottes niemanden, der seine Bosheit bereute und zu Gott umkehrte. Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde (Röm 3,20), aber wenn Gottes Wort verdreht wird, Sünde nicht mehr als Sünde bezeichnet wird, wie soll dann jemand umkehren? Gott wird diejenigen richten, die Gottes Wort in Lüge verkehren, sie werden wie ein verdorrter Feigenbaum sein (13; Mk 11,13.14.21).

Gebet: Herr, hilf meinem Volk, die Zeit einzuhalten.

Ein Wort: Predige die Buße, den Weg des Friedens!

Freitag, 24. Mai 2019

März 18

So will ich euch wohnen lassen

Jeremia 7,1-34 (3)

„So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich euch wohnen lassen an diesem Ort.“

Die Menschen kamen zum Tempel, um Gott zu opfern und anzubeten. Aber außerhalb des Tempels und sogar im Tempel beteten sie Götzen an. Sie führten ein heuchlerisches Doppelleben und die Familien arbeiteten für den Götzendienst gut zusammen (18). Sie sollten nicht mehr länger mit der Lüge leben, dass dies der Tempel des Herrn war. Hier konnte Gott nicht mehr wohnen. Der Tempel war eine Räuberhöhle. Mit dem Tempel würde das Gleiche geschehen wie mit Silo. Gott hatte dem Haus Elis in Silo wegen ihrer Sünde das Priesteramt genommen. Gott erinnerte sein Volk an den Bund, den er mit ihnen auf dem Berg Sinai geschlossen hatte (23; 2. Mose 19,5.6). Sie hatten ihn mit ihrem Ungehorsam immer und immer wieder gebrochen. Sie wollten Gott nicht hören (13.16.24.26.28). Deshalb wollte Gott das Gebet Jeremias für sie auch nicht hören (14). Diese Verse ermahnen auch uns, kein Doppelleben zu führen: zum Gottesdienst zu gehen, die Opfergabe zu geben, aber im Herzen Geld, Karriere, Familie, unsere Gerechtigkeit oder unser Ego anzubeten (Mk 10,25; Joh 5,44). Der erste und zweite Tempel wurden aus dem gleichen Grund zerstört. Doch vor der Zerstörung des Zweiten wurde der Vorhang im Tempel zerrissen. Jeder kann in seinem Herzen durch Buße einen Tempel errichten, indem Jesus wohnen wird.

Gebet: Herr, vergib mir mein Doppelleben. Mein Leben soll dein Tempel sein.

Ein Wort: Bessert euer Leben und Tun!

Donnerstag, 23. Mai 2019

März 18

Nach dem guten Weg fragen

Jeremia 6,1-30 (16)

„So spricht der HERR: Tretet hin an die Wege und schaut und fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele! Aber sie sprachen: Wir wollen’s nicht tun!“

Jerusalem, die heilige Stadt, war zu einem Brunnen geworden, aus dem Wasser der Bosheit quillt (7). Jeremia hatte sie zur Umkehr zu Gott aufgefordert, im Wissen des baldigen Gerichtes. Aber sie hatten sein Zeugnis nicht angenommen. Sie waren nach dem Gesetz äußerlich beschnitten und opferten Gott Brandopfer, äußerlich sahen sie wie Kinder Gottes aus. Aber ihre Ohren waren nicht beschnitten. „Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten; sie können nicht darauf achten. Siehe, das Wort des HERRN ist ihnen zum Hohn geworden; sie haben keine Lust daran.“ (10; Schlachter). Ein beschnittenes Ohr kann Gott hören, es gehört einem Menschen, der seine eigene Sünde und Schwachheit anerkennt und Gott vertraut. Wie ein Schaf, das weiß, dass es ohne den Hirten in die Irre geht, hört er Gottes Wort (Joh 10,27; Jes 53,6). Abraham hatte beschnittene Ohren. Er vertraute Gottes Wort und gehorchte ihm. Er ging den guten Weg der Vorzeit (1. Mose 22,16-18), so konnte er Ruhe finden für seine Seele. Juda wollte jedoch nichts von dem Weg der Gottesfurcht und des Glaubensgehorsams hören. Es sagte: „Wir wollen nicht!“. Deshalb würde Gottes Gericht über sie kommen. Keine Lust an der Bibel zu haben ist eine ernste Angelegenheit (Ps 1).

Gebet: Herr, hilf mir, täglich mit einem beschnittenen Ohr dein Wort zu hören und ihm zu gehorchen.

Ein Wort: Ich will den guten Weg gehen und Ruhe finden!

Mittwoch, 22. Mai 2019

März 18

Finde einen, der auf Wahrheit hält

Jeremia 5,1-31 (1)

„Geht durch die Gassen Jerusalems und schaut und merkt auf und sucht auf den Straßen der Stadt, ob ihr jemand findet, der Recht übt und auf Wahrheit hält, so will ich ihr gnädig sein.“

In Jerusalem stand der Tempel. Gott wollte unter seinem Volk wohnen und Weisung von Jerusalem ausgehen lassen (Jes 2,3). Aber in Jerusalem und ganz Juda herrschte Ungerechtigkeit, Gottlosigkeit, Betrug, Hurerei und Ehebruch. Dennoch wollte Gott gnädig sein, wenn sich ein Mensch fände, der Recht übt und auf Wahrheit, auf Gottes Wort, hält. Doch er fand keinen. Aber warum taten sie trotz der schon erfahrenen Züchtigung nicht Buße? Es lag an ihrer Gottlosigkeit. Sie hatten sich schon so weit von Gott entfernt, dass sie die Züchtigung nicht mehr als Gottes Liebe erkennen konnten (3). Wie war es dazu gekommen? Die größte Verantwortung lag bei den Propheten und Priestern (23,21.22). Sie sollten eigentlich die Wahrheit Gottes lehren, aber weissagten Lügen und lehrten, was die Menschen gerne hören wollten. Das Volk hatte keine Gottesfurcht und leugnete schließlich sogar das Gericht (12), weil die Priester keine Gottesfurcht hatten und „Frieden“ predigten (8,11). Deshalb wollte Gott sein Wort im Munde von Jeremia zu Feuer machen, er wollte erneut sein Volk richten. Ein Land hat Hoffnung, wo es Priester gibt, die auf Wahrheit halten und nicht den Menschen nach dem Mund reden.

Gebet: Herr, danke, dass du auch meinem Land gnädig sein willst, wenn es einen gibt, der die Wahrheit predigt. Hilf mir, diese Person heute zu sein.

Ein Wort: Gott will gnädig sein

Dienstag, 21. Mai 2019

März 18

Wie ist mir so weh, so weh!

Jeremia 4,1-31 (19)

„Wie ist mir so weh, so weh! Ich winde mich. Mein Herz pocht in meiner Brust. Ich kann nicht schweigen; denn den Hall der Posaune habe ich gehört, den Lärm der Feldschlacht.“

Gott ruft sein Volk erneut zur Buße auf. Wer sich zu Gott bekehrt, braucht nicht mehr orientierungslos umherzuirren (1). Orientierungslosigkeit ist eine Folge der Sünde. Wer anfängt in Gottesfurcht zu leben, wird sogar ein Segen für die Heiden sein (2). Ihre Buße sollte nicht äußerlich sein, sondern von Herzen, sonst würde dies wie eine Saat unter Dornen sein. Zur Buße gehört auch, dass man seine heillosen Gedanken (Schlachter: Pläne) aufgibt (14). Doch die Zeit der Buße, das ist Gottes Gnadenzeit, hat auch ein Ende. Das Gericht war für Jeremia schon zu hören. Jeremias Herz, aber auch Gottes Herz, schmerzte beim Schall des Kriegshorns. „Wie ist mir so weh, so weh! (…) Ich kann nicht schweigen; denn den Hall der Posaune habe ich gehört.“ Hören und reden gehört immer zusammen. Weil Jeremia das Horn hörte, konnte er nicht schweigen. Umgekehrt, wer Gottes Horn nicht hört, kann nur schweigen. Gottes Gericht und damit Gottes Wort über das Gericht ist kein Gegenstand der Diskussion (Hebr 9,27). Gottes Gericht für Juda stand fest und war beschlossen (28). Schminke und Schmuck nützen im Gericht auch nichts mehr. Gott wollte das ganze Land verwüsten, aber doch einen Rest übriglassen (27).

Gebet: Herr, vergib mir meine tauben Ohren, dass ich dein Horn nicht hörte. Vergib mir meine vielen heillosen Gedanken. Hilf mir, nicht länger zu schweigen.

Ein Wort: Mein Herz pocht, ich kann nicht schweigen

Montag, 20. Mai 2019

März 18

Gott will uns vom Ungehorsam heilen

Jeremia 3,6-25 (22)

„Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. »Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.“

Gott hatte Jeremia als Prophet oder Hirten berufen. Als solcher musste er Gottes Herz und Hoffnung lernen, vor allem auch sein geduldiges Warten. Gott fragte Jeremia: „Hast du gesehen, was Israel, die Abtrünnige, tat?“ Jeremia wusste, dass Gott Israel wegen ihres Götzendienstes durch die Assyrer gerichtet hatte. Aber ihm war vermutlich nicht klar, dass Juda noch schlimmer war, weil sie angesichts des Gerichts vor über 100 Jahren immer noch nicht Buße getan hatten. Ihre angebliche Buße war in den Augen Gottes nichts als Heuchelei. Israel stand vor Gott sogar gerechter da als Juda, dies war schwer zu begreifen. Jeremia sollte sogar Israel Gottes Gnadenworte zurufen: „Der Herr ist gnädig und will nicht ewig zürnen.“ Aber Gottes Gnade wird nur denen zuteil, die ihre Schuld ernsthaft anerkennen. In den Versen 14b-18 lässt Gott Jeremia weit in die Zukunft schauen. Jerusalem wird Gottes Thron werden und Gottes Volk wird dort wohnen. Die Sünde wird besiegt sein (17). Ein Hirte braucht Siegeszuversicht, auch wenn die Realität anders aussieht (19-21). Gott hoffte auf ihre Buße und war bereit, sie von ihrem Ungehorsam zu heilen. Die Verse 22b-25 zeigen Gottes Hoffnung, doch die Worte der Buße seiner Kinder zu hören. Ein Hirte muss solche Hoffnung für seine Kinder haben.

Gebet: Herr, danke, dass du uns von unserem Ungehorsam heilen willst. Lass mich dein Herz verstehen.

Ein Wort: Komm zum Herrn, er will dich heilen!

Samstag, 18. Mai 2019

März 18

Mein Volk vergisst mich

Jeremia 2,20-3,5 (32)

„Vergisst wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergisst mich seit endlos langer Zeit.“

Gott hatte Israel als edlen Weinstock gepflanzt. Aber wie wurden sie dann zu einem schlechten Weinstock? Sie hatten ihren Gott seit endlos langer Zeit vergessen. Eine Braut vergisst niemals ihren Bräutigam, ja nicht mal ihren Schleier, aber Gottes Volk hatte Gott vergessen, es hatte Gottes Gnade vergessen. Aber das war nicht alles. Wenn Gott sie dann zur Buße aufforderte, versuchten sie nicht einmal, sich selbst zu reinigen. Nein, sie wagten gegen Gott zu sagen: „Ich bin nicht unrein.“ Sie erkannten nicht einmal ihre Verdrecktheit durch die Sünde. Statt dessen liefen sie wie eine brünstige Kamelstute kreuz und quer, getrieben von ihrer Sünde. Die Behauptung der Leiter des Volkes, von Steinen und Holz abzustammen, war eine Schande. Doch in der Zeit der Not schrien sie zu dem lebendigen Gott: „Auf und hilf uns.“ Sogar rechteten sie mit Gott, d.h. sie klagten ihn für ihre Probleme an. Sie wollten Hilfe, aber nicht den Helfer. Schließlich hatten sie sich daran gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln, die Sünde war ein Normalzustand geworden. Selbst dann, wenn ihre Sünde ganz offensichtlich war und Blut noch an ihren Händen klebte, sagten sie: „Ich bin unschuldig! Ich habe nicht gesündigt!“ Sie meinten, sie könnten ohne Buße einfach zu Gott zurückkommen (5).

Gebet: Herr, ich habe dich vergessen und bin schuldig. Danke, dass du mich nicht vergessen hast und mir diesen Aufruf zur Buße heute gibst.

Ein Wort: Erinnere dich an deinen Bräutigam!

Freitag, 17. Mai 2019

März 18

Rissige Zisternen statt lebendiges Wasser

Jeremia 2,1-19 (13)

„Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.“

Jeremia sollte in Jerusalem öffentlich predigen. Israel war Gottes geliebte Braut und in der Wüste hatten auch sie Gott geliebt. Aber bald wandten sie sich den Götzen zu und vergaßen ihren Gott, der sie durch die Wüste geführt hatte. Im verheißenen Land suchten sogar die Priester nicht nach Gott, die Gesetzeshüter achteten den Herrn nicht und die Propheten hingen Götzen an, die nicht helfen können (8). Nicht einmal Heiden wechseln ihre Götter, aber Gottes Volk hatte Gottes Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann (11). Israel hatte in zwei Hinsichten gesündigt. Erst hatten sie Gott, die lebendige Quelle, verlassen. Dann, wegen des Durstes, sich Zisternen gebaut, die aber Risse hatten. Ihre praktischen Probleme, dass sie zum Raub für Löwen wurden, die Unterdrückung durch andere Völker, waren hausgemacht, sie hatten sie sich selbst bereitet (17). Gott hatte sie nicht als eine sklavische Nation geboren, sondern als sein Eigentum vor allen Völkern und ein Königreich von Priestern (2. Mose 19,5.6). Sie sollten endlich die Einsicht bekommen, dass sie keine Hilfe bei den Ägyptern oder Assyrern finden würden und deren Wasser ihre rissigen Zisternen nicht füllen konnte. Ihre eigene Sünde, dass sie Gott verlassen hatten und ihn nicht fürchteten, war die Ursache für die Schläge, die sie durch andere Völker erhielten.

Gebet: Herr, vergib mir meine zweifache Sünde.

Ein Wort: Hilfe kommt allein von der lebendigen Quelle!

Donnerstag, 16. Mai 2019

März 18

Gott wacht selbst über sein Wort

Jeremia 1,11-19 (12)

„Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich’s tue.“

Gott zeigt Jeremia zwei Bilder, einen erwachenden Zweig und einen siedenden Kessel. Bevor Gott im zweiten Bild sein Gericht von Norden her über Juda und Jerusalem ankündigt, gibt er die Zusage, dass er über sein Wort wacht, dass er es tut. Der erwachende Zweig ist ein Mandelzweig. Der Name des Mandelbaums im Hebräischen heißt übersetzt „der Wache“, weil dieser Baum bereits Ende Januar erwacht oder blüht, während die anderen noch im Winterschlaf sind. Gott wacht über sein Wort aus 1. Mose 3,15 seit dem Sündenfall und auch aus Jesaja 53 und hat es erfüllt. Es ist bestimmt kein Zufall, dass der Leuchter im Heiligtum aus Mandelblüten heraus leuchtete. Kein anderer als unser Schöpfer selbst wacht über sein Wort. Wie er sein Wort aus 1. Mose 3,15 und Jesaja 53 erfüllt hat, wacht er auch über sein Wort über die Wiederkunft Jesu. Jeremia sollte wissen, dass das Wort, das er vom Gericht predigen würde, sich auch erfüllen würde. Wenn wir Gottes Wort predigen, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6), dürfen wir wissen, dass dies wahr ist. Es gibt nur einen Weg zum Vater. Worte von Menschen haben keinen Wächter, aber Gottes Wort hat einen Wächter, Gott selbst; und es wird sich erfüllen. Mit dieser Wahrheit wurde Jeremia eine feste Stadt, eiserne Säule und eherne Mauer gegen die Könige Judas, die Großen und Priester. Gott gab Jeremia noch einmal die Zusage, mit ihm zu sein und ihn zu retten.

Gebet: Herr, danke, dass du über dein Wort wachst.

Ein Wort: Gott wacht über sein Wort, dass er es tut

Mittwoch, 15. Mai 2019

März 18

Ein Prophet über die Völker

Jeremia 1,8-10 (10)

„Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.“

Gott hatte Jeremia zum Prophet für die Völker berufen. Ein Prophet muss Gottes Wort reden. Furcht ist ein großes Hindernis bei der Verkündigung des Wortes Gottes. Gott gab Jeremia die klare Zusage, mit ihm zu sein und ihn zu retten. Wie wunderbar ist diese Zusage! Gott gab sie vielen seiner größten Knechte (1. Mose 26,24; 46,3.4; Jos 1,9; Apg 18,9) und auch seinen Jüngern (Mt 28,18ff). Der Herr streckte nach dieser Verheißung seine Hand aus, rührte Jeremias Mund an und legte sein Wort hinein. So setzte er ihn als Prophet über die Völker ein. Ausgestattet mit der Vollmacht seines Wortes, war es Gottes Auftrag für Jeremia, ganze Völker und Reiche auszurotten, niederzureißen und zu zerstören, aber auch zu bauen und zu pflanzen. Als Jeremia diese Verheißung erhielt, riss König Josia im Land gerade die Götzenaltäre nieder (2. Chr 34,4-7). Doch viel schwieriger ist es, die Götzenaltäre im Herzen eines Menschen oder eines ganzen Volkes niederzureißen. Nur Gottes Wort kann dies tun. Paulus spricht auch in 2. Kor 10,4.5 davon, dass er einen geistlichen Kampf führt, Festungen der Gedanken und sündigen Absichten, letztendlich Satans Lügen, zu zerstören und ein neues Denken zu bauen, in den Gehorsam gegen Christus. In unserem eigenem Herzen und dem anderer sollen auch wir alle Götzenaltäre niederreißen, sündige Gedankenfestungen zerstören und den Gehorsam des Glaubens pflanzen.

Gebet: Herr, hilf mir einzureißen und zu bauen.

Ein Wort: Einreißen und bauen

Dienstag, 14. Mai 2019

März 18

Ein junger Prophet für die Völker

Jeremia 1,1-7 (5)

„Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.“

Jeremia, der Sohn eines Priesters aus Anatot, wurde von Gott zum Propheten für die Völker (nicht nur für Juda!) im 13. Jahr der Herrschaft Josias (627 v. Chr.) berufen. Gott hatte ihn für diese Aufgabe vor seiner Geburt bestimmt, sogar vor seiner Zeugung. Jeremia wurde vermutlich in den letzten Jahren der Herrschaft Manasses geboren. Dieser hatte sich am Ende seines Lebens zum Herrn bekehrt, aber zuvor Jahrzehnte sein Volk zum Götzendienst verführt (2. Chr 33,3ff). Juda war vom Götzendienst tief durchdrungen wie nie zuvor. Dass Gott Jeremia gerade in dieser Zeit als Prophet bereitete, zeigt Gottes Hoffnung. Jeremia wandte gegen die Berufung ein, er könne nicht reden, weil er zu jung sei. Er hielt sich für unqualifiziert. Gott sagte ihm unmissverständlich, dass für die Ausführung der von Gott gegebenen Mission nicht das Alter und die damit angeblich verbundene Redegewandtheit entscheidend sind. Der Gehorsam, dorthin zu gehen, wohin Gott einen sendet, und das zu sagen, was Gott einem gesagt hat, ist ausschlaggebend für die Erfüllung der Mission. Gott sorgt selbst für die Worte und Gottes Wort ist wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert (Jer 23,29). Jeremia predigte Gottes Wort bis zu seinem Tod über vierzig Jahre unabhängig von dem Resultat und verschiedenen Leiden, weil er sein Berufungswort nie vergaß.

Gebet: Herr, ich danke dir, dass du mich geschaffen hast, um dein Wort zu predigen.

Ein Wort: Gehe und predige Gottes Wort!

Dienstag, 7. Oktober 2014

Dezember 28

So geschah es mit Jerusalem

Jeremia 52,1-34 (3)

„Denn so geschah es mit Jerusalem und Juda um des Zornes des HERRN willen, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. Zedekia fiel ab vom König von Babel.“

Kapitel 52 gibt eine Zusammenfassung der Ereignisse um die Eroberung Jerusalems und die Wegführung in die babylonische Gefangenschaft. König Zedekia war von Babel als Vasallenkönig eingesetzt. Aber er fiel von Babel ab, was zur Belagerung und schließlich Eroberung Jerusalems führte. Der König versuchte zu fliehen, wurde aber gefangen genommen, verlor alle seine Söhne und starb schließlich in der Gefangenschaft. Jerusalem wurde vollständig zerstört. Die Tempelschätze wurden nach Babel gebracht und der Tempel mit der ganzen Stadt verbrannt. Die hohen Beamten und Priester wurden hingerichtet. Das Volk wurde in drei Wellen nach Babel gebracht, insgesamt 4600 Israeliten. Jojachin war der letzte König, der noch durch natürliche Thronfolge an die Herrschaft gekommen war. Er war bereits bei der ersten Belagerung Jerusalems gefangen nach Babel geführt worden. Nebukadnezars Nachfolger Evil-Merodach begnadigte ihn und versorgte ihn für den Rest seines Lebens. Gott hatte Jeremia nach seiner Berufung zugesagt, über seinem Wort zu wachen (1,12). Das Ende des Buches Jeremia offenbart, dass Gott tatsächlich sein Wort genau erfüllt, bis in alle Einzelheiten.

Gebet: Herr, danke für deine Treue, mit der du zu deinem Wort stehst. Ich möchte mich auf dein Wort verlassen.

Ein Wort: Es geschieht so, wie Gott gesagt hat

Montag, 6. Oktober 2014

Dezember 28

Gedenkt des Herrn

Jeremia 51,1-64 (50)

„So zieht nun hin, die ihr dem Schwert entronnen seid, und haltet euch nicht auf! Gedenkt des HERRN in fernem Lande und lasst euch Jerusalem im Herzen sein!“

Noch ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Gottes Gericht über Babel. Gott kündigt ganz konkret an, dass er die Vormachtstellung Babylons durch die Meder und Perser beenden wird. Babel war wie ein goldener Kelch, der alle Völker trunken gemacht hat. Es war der Hammer und die Kriegswaffe Gottes. Es war der Berg des Verderbens, der allen Völkern Verderben brachte. Nun aber war Babylon wie eine festgestampfte Tenne, die die nahe bevorstehende Ernte ankündigt. Noch einmal wird wie in Kapitel 10, der Vergleich gezogen zwischen dem lebendigen Schöpfergott, der Himmel und Erde gemacht hat und bis heute mächtig wirkt, und den toten Götzen, die lediglich von Menschen angefertigt wurden und keine Macht haben. Wie soll sich Gottes Volk in dieser Lage verhalten? Sie sollen sich von ihrer gottlosen Umgebung klar trennen. Sie sollen in der Fremde ihre Gedanken wieder auf Gott richten und Gott von Herzen suchen. Es ist Zeit, zu Gott umzukehren. Jeremia schrieb alle Weissagungen gegen Babel in ein Buch, das er Seraja, dem Sohn Nerijas, mitgab, der mit den anderen Gefangenen nach Babel zog. Dort sollte er den Israeliten Gottes Wort laut vorlesen und anschließend das Buch im Euphrat versenken.

Gebet: Herr, es ist Zeit, mich zu dir zu wenden und dich von Herzen zu suchen.

Ein Wort: Gedenke des Herrn

Sonntag, 5. Oktober 2014

Dezember 28

Ich will die Sünde vergeben

Jeremia 50,1-46 (20)

„Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie vergeben denen, die ich übrig bleiben lasse.“

Die letzte Weissagung Jeremias richtet sich gegen Babel. Babel war von Gott als Werkzeug des Gerichtes für viele Völker gebraucht worden. Es war der Hammer der ganzen Welt. Doch nun verkündigte Gott sein Gericht über Babel selbst. Bei den anderen Völkern gab es inmitten des Gerichtes Gottes doch immer noch einen Funken Hoffnung. Anders war es bei Babel, wo Gott eine vollständige Zerstörung ankündigte, ohne Hinweis auf eine mögliche Wiederherstellung. Woran lag das? Babel war ein Land des Götzendienstes. Weil sie so lange siegreich waren, vertrauten sie auf sich selbst und ihre Götzen. Gottes Gericht wandte sich nicht nur gegen Babel, sondern vor allem gegen deren Götzen. Das Gericht über Babel bedeutete aber auch die Erlösung Israels. Gott wollte die Sünde seines Volkes so vollständig vergeben, dass sie nicht mehr gefunden werden könnte. Er wollte sie wieder heim zu ihrer Wohnung bringen. Unser Gott richtet diejenigen, die bis zum Ende unbußfertig bleiben. Er ist aber barmherzig gegenüber denjenigen, die seine Erziehung annehmen und Buße tun. Er möchte unsere Sünde vergeben und uns in sein Reich, unsere wahre Heimat, bringen.

Gebet: Herr, danke dass du meine Sünde vergibst und mich in meine wahre Heimat zurückbringst.

Ein Wort: Gott vergibt die Sünde

Samstag, 4. Oktober 2014

Dezember 28

Der Thron Gottes

Jeremia 49,7-39 (39)

„Aber in der letzten Zeit will ich das Geschick Elams wieder wenden, spricht der HERR.“

Die Edomiter waren Nachkommen Esaus. Sie lebten auf dem Gebirge Seir südöstlich vom Toten Meer. Auch sie hatten Israel beim Einzug in das verheißene Land den Durchzug verweigert. Sie waren besonders stolz auf ihre Weisheit. Sie fühlten sich in ihren Gebirgsfestungen in Sicherheit. Damaskus, die Hauptstadt Syriens, war eine reiche, berühmte und fröhliche Stadt. Sie gehörte zu den Gegnern Israels. Kedar war ein Sohn Ismaels. Seine Nachkommen lebten in der syrischarabischen Halbwüste als Nomaden. Hazor lag im Osten Palästinas. Seine Einwohner lebten in scheinbarer Ruhe und Sicherheit. Elam lag dagegen im heutigen Iran. Sie passten sich immer der vorherrschenden Großmacht an. Sie waren stolz auf ihre Bogenschützen. Jeremia verkündet Gottes Gericht über alle diese Völker. Er vergleicht ihre Lage mit der einer Frau in den Wehen. Nach den Schmerzen der Wehen kommt die Freude über das neue Leben. Gott sah schon über sein Gericht über diese Völker hinaus und wollte sie wiederherstellen. Er wollte sogar seinen Thron in Elam aufstellen. In Gott gibt es Hoffnung für alle Völker. Die Elamiter gehörten zu denjenigen, die die Pfingstpredigt in ihrer eigenen Sprache hören konnten und sich zu Gott bekehrten.

Gebet: Herr, danke, dass es in dir Hoffnung für alle Völker gibt. Richte deinen Thron auch in unserem Land auf.

Ein Wort: In Gott gibt es Hoffnung für alle Völker

Freitag, 3. Oktober 2014

Dezember 28

Der Stolz Moabs ist dahin

Jeremia 48,1-49,6 (48,7)

„Weil du dich auf deine Bauwerke verlässt und auf deine Schätze, sollst du auch erobert werden, und Kemosch muss gefangen wegziehen samt seinen Priestern und Fürsten.“

Die Moabiter und Ammoniter waren Nachkommen Lots aus dem Inzest mit seinen Töchtern (1. Mose 19). Sie waren also mit den Israeliten verwandt. Ihr Gebiet lag östlich des Toten Meeres bzw. des Jordantals. Als die Israeliten nach ihrer Wüstenwanderung in das verheißene Land einziehen wollten, verweigerten sie ihnen den Durchzug. Deshalb sollten sie eigentlich bis in die zehnte Generation keinen Zugang zur Gemeinde Gottes haben. Die Moabiterin Rut entschied sich aber durch den Glauben dafür, zum Volk Gottes zu gehören, und wurde zur Urgroßmutter von König David. Der Götze der Moabiter hieß Kemosch, der der Ammoniter Milkom. Dieser Götzendienst war besonders grausam, weil er Kinderopfer erforderte. Das geistliche Problem der Moabiter war ihr Stolz. Sie verließen sich auf ihre Bauwerke und ihren Reichtum und wiegten sich in falscher Sicherheit. Das Land der Moabiter war bekannt für den Weinanbau. Gott aber wollte ihrem Stolz und Götzendienst und ihrem Reichtum durch sein Gericht ein Ende bereiten. In der letzten Zeit wollte er jedoch das Geschick Moabs und Ammons wenden. Egal wie schlimm unser Leben in den Augen Gottes aussieht, gibt er uns doch immer noch eine Chance, umzukehren.

Gebet: Herr, vergib mir meinen Stolz, meine falsche Sicherheit und meinen Götzendienst. Lass mich rechtzeitig zu dir umkehren.

Ein Wort: Verlasse dich allein auf Gott!

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Dezember 28

Das Schwert des Herrn über die Philister

Jeremia 47,1-7 (5)

„Über Gaza wird Trauer kommen, und Aschkelon wird vernichtet, der Rest der Anakiter. Wie lange willst du dich wund ritzen?“

Die Philister stammten ursprünglich von der Insel Kreta (Kaftor, V. 4) und siedelten sich ab 1200 v. Chr. entlang der Mittelmeerküste an. Sie beherrschten die Metallverarbeitung und verfügten über schlagkräftige Waffen. Es gab viele überdurchschnittlich große Männer unter ihnen (Anakiter, V. 5), zu denen auch Goliat gehörte. Ihre fünf Fürstentümer Gat, Ekron, Gaza, Aschkelon und Aschdod bildeten eine starke Einheit. Die Israeliten und Philister führten über Jahrhunderte gegeneinander Krieg, wobei meistens die Israeliten unterlagen. Gegenüber den Großmächten Ägypten, Assyrien, Babylon und später Persien waren sie jedoch unbedeutend. Einmal wurde die Bundeslade von den Philistern entführt (vgl. 1. Samuel 4 und5). Dadurch hätten sie den Gott Israels als den einzig wahren Gott klar erkennen müssen. Doch sie folgten lieber ihren Götzen Baal und Dagon, für die sie sich selbst Verletzungen zufügten, um sie anzubeten (V. 5). Schließlich zogen sie sich Gottes Gericht zu durch ihren Götzendienst. In Sacharja 9,7.8 lesen wir jedoch eine hoffnungsvolle Verheißung für die Philister, dass sie einmal für Gott übrig bleiben und wie ein Stamm Israels werden sollten.

Gebet: Herr, ich kann dich klar als den wahren Gott erkennen. Lass mich dich allein anbeten.

Ein Wort: Gott allein verdient unsere Anbetung

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Dezember 28

Fürchte dich nicht, Jakob!

Jeremia 46,1-28 (28)

„Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich verstoßen habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.“

In diesem Kapitel beschäftigte sich Jeremia mit der Großmacht Ägypten. Pharao Necho herrschte zur Zeit der Könige Josia und Jojakim. Die ägyptische Armee versuchte, gegen die vormarschierenden Babylonier Widerstand zu leisten. Sie waren gut gerüstet und hatten Kampfgeist. Und doch erlitten sie im Jahr 605 v. Chr. bei Karkemisch die entscheidende Niederlage im Kampf gegen Nebukadnezar. Gott macht deutlich, dass diese Niederlage kein militärisches Versagen war, sondern seine richtende Hand dahinter steckte. Er verglich Ägypten mit einer schönen jungen Kuh, die sich gegen den Schlächter nicht wehren kann. Ägyptens Söldner waren gemästeten Kälbern gleich, die auf die Schlachtung warteten. Weiter verglich Jeremia Ägypten mit einer zischenden Schlage, die sich bemüht, den Holzhauern zu entkommen. Schließlich wird die Größe der babylonischen Armee mit einem Schwarm Heuschrecken verglichen. Israel schien dem Kampf der Großmächte hilflos ausgeliefert zu sein. Doch Gott sprach seinem Volk Mut zu. Er wollte sie mit Maßen züchtigen, aber nicht ein Ende mit ihnen machen.

Gebet: Herr, manchmal fühle ich mich den Umständen hilflos ausgeliefert. Aber ich befinde mich in deiner Hand. Lass mich deine Erziehung annehmen.

Ein Wort: Fürchte dich nicht, Gott ist bei dir!

Bibeltext online



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Das Tägliche Brot umfasst für jeden Tag im Jahr eine Bibelpassage. Es hilft uns jeden Morgen mit Gott Gemeinschaft zu haben, und gibt uns die Kraft, die wir benötigen, um den Alltag zu meistern und die Aufgabe, die Gott uns anvertraut hat, zu erfüllen.