September 22

Die Verleugnung des Petrus

Markus 14,66-72 (72b)

„Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.“

Während Jesus vor dem Hohen Rat stand, hielt sich sein Jünger Petrus im Vorhof des Ratsgebäudes auf. Da es kalt war, wärmte er sich am Feuer, das man dort angezündet hatte. Zwar wollte er wissen, was mit Jesus geschah, aber er hatte große Angst. Daher zitterte er selbst vor einer Magd, er, der mutige und starke Jünger. Denn diese entlarvte ihn als einer von Jesu Begleitern. In seiner Furcht leugnete Petrus, dass er das war – und in dem Moment krähte der Hahn. Aber die Magd erzählte den Personen, die bei ihr waren, dass er ein Jünger Jesu war. Da leugnete dies Petrus ein zweites Mal. Schließlich sprach ihn noch eine Person an, die ihn als Galiläer erkannt hatte: Er sei doch auch mit Jesus gewesen. Da fing Petrus an, sich zu verfluchen und zu schwören, er kenne Jesus nicht. Gleich darauf krähte der Hahn ein zweites Mal. Da gedachte Petrus an Jesu Voraussage: Ehe der Hahn zweimal krähen würde, würde Petrus seinen Meister dreimal verleugnen. Und Petrus fing an, bitterlich zu weinen. Es waren Tränen der Buße, weil er nicht zu Jesus stehen konnte, und der Reue, Jesus verlassen zu haben. Es waren Tränen der Selbsteinsicht, dass er in Wahrheit schwach und unzulänglich war. Und es waren Tränen der Rührung, weil Jesus ihn abschließend kannte – und ihn dennoch von ganzem Herzen und mit aller Treue liebte.

Gebet: Danke, Herr, dass du mich vollkommen kennst und liebst. Ich bin schwach und brauche deine Gnade.

Ein Wort: Wir sind untreu, aber Jesus ist treu