Juni 23

Falsche versus wahre Frömmigkeit

Markus 12,38-44 (44)

„Denn sie haben alle von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.“

Jesus sah sich zwei gegensätzlichen Typen von Menschen gegenüber. Auf der einen Seite waren die Schriftgelehrten, die Ehre bei den Menschen suchten. Sie trugen gerne prächtige Kleidung, ließen sich auf dem Markt grüßen, saßen am Tisch gerne obenan und verrichteten zum Schein lange Gebete. Aber sie, die eigentlich geistliche Leiter sein sollten, hatten kein Herz für ihre Mitmenschen, besonders nicht für diejenigen ohne Ansehen. Anstatt Nächstenliebe zu üben und darin ein Vorbild zu sein, bereicherten sie sich zu Lasten der bereits Bedürftigen. Da sie ihre Verantwortung als von Gott eingesetzte Glaubensvorbilder so nicht wahrnahmen, sollten sie vom Herrn ein umso härteres Urteil empfangen. Auf der anderen Seite waren einfache Menschen, die Gott ihr Herz gaben und ihr Leben anvertrauten. Einer von ihnen war eine bettelarme Witwe. Wie viele andere Menschen auch, ging sie zum Opferkasten, um Geld einzulegen. Die Reichen legten viel ein, sie aber nur zwei Scherflein, umgerechnet nicht einmal einen halben Euro. Doch in Jesu Augen legte sie viel mehr ein als die Reichen: Diese hatten von ihrem Überfluss einiges geopfert. Diese Witwe aber hatte ihre ganze Habe für Gott hingegeben. So groß war ihre Liebe zu Gott und ihr Vertrauen auf ihn, dass er für sie sorgte. Daher ist diese Witwe für uns ein wahres Vorbild.

Gebet: Herr, hilf mir, dir mein Leben anzuvertrauen.

Ein Wort: Sei ein wahres Glaubensvorbild