Juni 23

Jeremias Klage und Gottes Antwort

Jeremia 11,18-12,17 (12,5)

Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie willst du mit Rossen wetteifern? Und wenn du nur im friedlichen Lande sicher bist, was willst du tun im Dickicht des Jordans?

Gott ließ Jeremia wissen, dass einige Männer seiner Heimatstadt Anatot ihn töten wollten. Jeremia fühlte sich deshalb wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Er fing an, sich bei Gott zu beklagen. Allerdings verpackte er seine Klage, wie lange er noch leiden sollte, in eine allgemeine Frage: „Warum geht’s doch den Gottlosen so gut, und die Abtrünnigen haben alles in Fülle?“ Indirekt ausgedrückt behauptete er, ein reines Herz zu haben. Er forderte dann das von Gott, wie er sich selbst fühlte, nämlich, dass Gott die Gottlosen wie Schafe schlachten sollte (3). Was antwortete Gott? Gott kündigte ihm noch größere Leiden an. Sein jetziges Leben verglich Gott mit einem Spaziergang im sicheren Land. Wenn er jetzt schon müde war, wie sollte er dann mit Pferden um die Wette laufen können? Was würde er im Dickicht des Jordans tun, wo jeder wusste, dass dort Löwen wohnen? (49,19). Statt sich über seine Leiden zu beklagen, sollte er Gottes Leiden um sein Volk verstehen. Gott musste sein Haus verlassen, sein Erbe verstoßen, das seine Seele liebt und in die Hand der Feinde geben (7). Nicht die Löwen am Jordan waren das Problem, sondern dass Gottes Volk wie ein Löwe im Wald geworden war und Gott anbrüllte (8).

Gebet: Herr, vergib mein Gejammer beim Spaziergang. Hilf mir, dass Brüllen des Löwen im Walde wider dich zu hören und dein Herz zu verstehen.

Ein Wort: Das Glaubensleben ist kein Spaziergang