Juni 23

Ein grüner Ölbaum

Jeremia 11,1-17 (16)

Der HERR nannte dich einen grünen, schönen, fruchtbaren Ölbaum; aber nun hat er mit großem Brausen ein Feuer um ihn anzünden lassen, sodass seine Äste verderben müssen.

Gott hatte mit seinem ganzen Volk am Berg Sinai einen Bund geschlossen. Die Spaltung des Volkes in Nordisrael und Juda war eine Folge des Götzendienstes Salomos gewesen (1.Kö 11,33). Gott hatte Nordisrael wegen seines Bundesbruchs schon 722 v.Chr. gerichtet. Vermutlich meinten die Bewohner Judas und Jerusalems, an die sich dieses Kapitel richtete (Kapitel 10 für ganz Israel!), immer noch, dass sie besser seien als Israel. Doch Gott sagte ihnen unmissverständlich, dass nicht nur Israel, sondern auch Juda den Bund gebrochen hatte (10). In Jerusalem gab es so viele Götzenaltäre wie Straßen. Ganz Israel hatte Gott einen schönen wohlgestalteten Ölbaum genannt. Sie hätten im Bund mit Gott gute Früchte bringen können und alle Segnungen der Bundesverheißung erfahren können (5. Mose 28). Aber dieser Bund beinhaltete nicht nur Segnungen, sondern auch klare Strafen bei Nichteinhaltung des Bundes, wie dies auch heute in der Wirtschaft nicht anders ist. Paulus greift das Bild vom Ölbaum im Römerbrief auf. Als Christen haben wir einen neuen Bund durch das Blut Christi (Mt 26,28), aber wenn wir diesen Bund nicht halten, kann er auch uns, die wir unedle Zweige am Ölbaum Gottes sind, ausreißen und andere einpfropfen (Röm 11,17-24).

Gebet: Herr, die Geschichte Israels und Judas ist mir eine Warnung.

Ein Wort: Halte den Bund durch Dank und Gehorsam.