Juni 23

Zugvögel halten die Zeit ein

Jeremia 8,1-13 (7)

Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

In diesen Versen geht es vor allem um die Sünde der Priester und Propheten und Gottes Gericht über sie und das Volk. Die Priester und Propheten hielten sich für weise und meinten, das Gesetz des Herrn zu haben. Doch sie hatten Gottes Wort zur Lüge gemacht. Statt die Umkehr zu Gott zu predigen, hatten sie „Friede“ gepredigt, wo doch kein Friede ist. Es gibt nur einen Weg des Friedens, das ist die Buße, die Abkehr von der Sünde und die Hinwendung zu Gott. Die Umkehr zu Gott hält Gott selbst für natürlich, so spricht er: „Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?“ Auch die Zugvögel halten ihre Zeit der Umkehr ein. Gott hatte seinem Volk durch sein Wort eine „innere Uhr“ gegeben, wie sie die Zugvögel haben. Aber die Priester hatten diese Uhr durch ihre Lügenpredigt abgestellt. Die Uhr stand nicht mehr auf „Alarm“, sondern auf „Friede“. So gab es im Volk Gottes niemanden, der seine Bosheit bereute und zu Gott umkehrte. Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde (Röm 3,20), aber wenn Gottes Wort verdreht wird, Sünde nicht mehr als Sünde bezeichnet wird, wie soll dann jemand umkehren? Gott wird diejenigen richten, die Gottes Wort in Lüge verkehren, sie werden wie ein verdorrter Feigenbaum sein (13; Mk 11,13.14.21).

Gebet: Herr, hilf meinem Volk, die Zeit einzuhalten.

Ein Wort: Predige die Buße, den Weg des Friedens!