Oktober 2

Vergeben vor Christi Angesicht

2. Korinther 2,1-11 (10)

„Wem aber ihr etwas vergebt, dem vergebe ich auch. Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um euretwillen vor Christi Angesicht.“

Bevor Paulus diesen Brief schrieb, hatte er ihnen bereits einen Brief geschrieben. Diesen Brief hatte er ihnen aus großer Trübsal und Angst des Herzens unter vielen Tränen geschrieben. Titus hatte diesen Brief zu ihnen gebracht. Dieser Brief war so wirkungsvoll gewesen, so dass sie wiederum ihre Liebe zu Paulus zeigten. Worum es im Brief ging, können wir aus dem Kontext herauslesen. Er hatte sie angewiesen, einen Bruder zu strafen, der wegen seiner Sünde sogar die Existenz der Gemeinde gefährdet hatte. Und die Gemeinde gehorchte Paulus und bestrafte den Mann. Nun aber schrieb Paulus, dass sie dem Mann vergeben sollten. Denn die Strafe ist nicht Selbstzweck, sondern soll dazu dienen, den Betroffenen zur Buße zu führen. Sie sollten nun bereit sein, ihm seine Sünde zu vergeben und ihn wieder mit Liebe aufzunehmen, sonst könnte er in allzu große Traurigkeit versinken und vom Glauben abfallen; das wäre dann genau nach dem Sinn Satans. Sie sollten ihm so herzlich vergeben, als ob sie dies vor Christi Angesicht täten. Denn Christus hat uns unsere Sünden vergeben. Er trug alle unsere Sünden auf sich und starb am Kreuz. Vor diesem Angesicht Jesu Christi sollen wir unseren Brüdern und Schwestern vergeben. Darin erkennt man, dass wir ebenfalls Gottes Vergebung empfangen haben.

Gebet: Lieber Jesus, ich sehe auf dein Angesicht und vergebe meinen Schuldnern.

Ein Wort: Vergebe so, wie dir vergeben wurde