Juni 29

Bete zu Gott mit deinen Schmerzen

Jesaja 64,1-11 (11)

„HERR, willst du bei alledem noch zögern und schweigen und uns so sehr niederschlagen?“

Kategorisch haben wir in der Geschichte gelernt, dass unser Gott ein gerechter Gott ist. Gott begegnet denen, die Gerechtigkeit üben und auf ihren Wegen seiner gedenken. Gott aber zürnt, wenn wir gegen ihn sündigen und abtrünnig werden. Wegen unserer Sünde verbirgt Gott vor uns sein Angesicht. Ohne Gott ist unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sollen darum für unsere Sünde Buße tun und Gutes tun. Aber was können wir dann noch tun, wenn unsere heiligen Städte zur Wüste geworden sind und wenn das Haus unserer Heiligkeit mit Feuer verbrannt ist? Und wie können wir, wenn in uns wegen der Strafe Gottes keine Kraft mehr vorhanden ist, uns aufzumachen und zu Gott zurückkehren? Manchmal können wir selber gar nichts tun. Sind wir dann hoffnungslos verloren? Nein. Gerade auch in solch einer ausweglosen Lage haben wir doch Hoffnung, weil wir einen großen Gott haben, der aus seinem Erbarmen handelt. Wenn wir auch keinen Verdienst haben, können wir doch auf ihn harren. Wir können einfach zu Gott kommen und zu ihm sagen: „Aber nun, Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.“ Dabei können wir unsere Herzensschmerzen ausschütten: „Herr, willst du uns so sehr niederschlagen?“ Kein Vater will länger zusehen, dass sein Kind leidet. Gott wird sich aufmachen und uns helfen.

Gebet: Lieber Herr, du bist unser Vater. Bitte offenbare dich mir trotz meiner Sünde!

Ein Wort: Herr, wie lange willst du noch schweigen?