Juni 29

Jesu Verhör vor Hannas

Johannes 18,12-14.19-24 (20)

„Jesus antwortete ihm: Ich habe frei und offen vor aller Welt geredet. Ich habe allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet.“

Die Soldaten führten Jesus ab und brachten ihn zu Hannas, das war der Schwiegervater des Hohepriesters. Dieser verhörte Jesus nun. Im Grunde war es ein Scheinverhör, denn die Leute der Judikative hatten von Anfang an die Absicht, Jesus zum Tode zu verurteilen. Nun musste nur noch ein Grund dafür gefunden werden. Gleichzeitig wollte man Jesus beseitigen, aber auch Gottes Wille sollte erfüllt werden: Jesus sollte anstelle von uns Sündern sterben. Im Verhör verhielt sich Jesus absolut souverän. Als Hannas ihn nach seiner Lehre fragte, verzögerte er den Prozess nicht weiter durch eine längere Rede. Er verwies auf diejenigen, die seine Lehre bekommen hatten; die würden ihm Auskunft geben, so er sich wirklich für diese interessierte. Jesus wusste, dass es hier überflüssig war zu lehren; Hannas würde ihm nicht glauben. Die Anwesenden wurden wütend, als Jesus seine Aussage verweigerte. Ein Knecht schlug Jesus ins Gesicht. Jesus reagierte nicht wütend, sondern wies den Knecht sanft darauf hin, dass Gottes Wort nicht widerlegt werden kann. Der Knecht sollte es ruhig versuchen. Konnte er es nicht, dann war er auch im Unrecht, wenn er Jesus schlug. Als Hannas merkte, dass er mit dem Verhör nichts erreichte, sandte er Jesus gebunden zum Hohepriester Kaiphas.

Gebet: Herr, lehre mich, zur richtigen Zeit zu reden und zu schweigen, wie Jesus es getan hat.

Ein Wort: Jesu Lehre ist allen offenbar geworden