Juni 29

Gott hatte Mitleid mit seinem Volk

2. Chronik 36,1-23 (15)

„Und der Herr, der Gott ihrer Väter, ließ immer wieder gegen sie reden durch seine Boten; denn er hatte Mitleid mit seinem Volk und seiner Wohnung.“

Mit dem Tod Josias, des letzten gläubigen Königs, war der Niedergang Judas besiegelt. Bis zur endgültigen Eroberung und Zerstörung Jerusalems vergingen weitere 22 Jahre. Josias Nachfolger Joahas, Jojakim, Jojachin und Zedekia taten alle, was dem Herrn missfiel. Sie praktizierten Götzendienst und hielten ihre Zusagen nicht ein. Auch die Oberen Judas, das Volk und sogar die Priester praktizierten heidnische Sitten und machten damit das Haus Gottes unrein. Gott reagierte nicht sofort mit Zorn, sondern mit Mitleid. Er wollte sein Volk unbedingt zur Umkehr führen. Dafür sandte er immer wieder seine Boten, die die Menschen auf ihre Sünde hinwiesen. Doch sie wurden verhöhnt und verachtet. Schließlich ließ Gott zu, dass Jerusalem belagert, erobert und vollständig zerstört wurde. Der Tempel wurde verbrannt, die Mauer eingerissen und die Oberschicht nach Babylon deportiert. Mitleid mit sündigen Menschen besteht nicht darin, dass wir ihre Sünde tolerieren, sondern dass wir ihnen zur Umkehr helfen. Während der babylonischen Gefangenschaft hatte Gottes Volk Zeit dafür. Das Land hielt eine 70jährige Sabbatruhe. Das 2. Buch Chronik endet nicht mit der babylonischen Gefangenschaft, sondern mit der Rückkehr der Juden in ihre Heimat zum Wiederaufbau des Hauses Gottes.

Gebet: Herr, schenke mir dein Mitleid mit den Menschen, die dich nicht kennen, und hilf mir, sie zur Umkehr zu bewegen.

Ein Wort: Gottes Mitleid mit den Sündern