Juni 29

Die Macht der Zunge

Jakobus 3,1-12 (2)

„Denn wir verfehlen uns alle mannigfaltig. Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mensch und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.“

Wenn sich zwei Menschen treffen, will jeder immer der Bessere bzw. der Lehrer sein. So suchen die Menschen Anerkennung und möchten gerne anderen überlegen sein. Matthäus litt darunter und sagte, dass es nur einen Meister Jesus geben soll (Mt 23,8). Dieser Trieb hört nicht auf und führt schließlich die Menschen dazu, sich mit ihren Worten zu vergehen. Darum schreibt Jakobus, dass man seine Zunge zähmen soll, und weist auf die Macht der Zunge hin. Die Zunge ist wie ein Ruder von einem Schiff. Die Zunge ist wie ein kleines Feuer im Walde. Tiere können gezähmt werden, wenn man ihnen einen Riemen an Maul anlegt. Man kann sich zähmen, wenn man mit seiner Zunge gut umgeht. Warum spricht Jakobus über das Problem der Zunge? Er sah, dass viele Christen mit ihrem Mund Gott lobten und sogleich danach schlecht über andere redeten. Jakobus sagt, dass es nicht so sein soll. Vielleicht treibt die Ruhmsucht die Menschen dazu. Den Christen fehlt oft die Anerkennung in der Welt, sodass sie diese in der Gemeinschaft unter sich suchen. Das wahre Lob für den Christen jedoch soll von Gott kommen. Man soll die Quelle, nämlich sein Herz, in der Gnade und Wahrheit bewahren (Spr 16,32). Dann kann man automatisch Gutes reden. Wer Frieden im Herzen hat, hat auch die wahre Weisheit.

Gebet: Lieber heiliger Vater, hilf mir, mein Herz in deiner Gnade zu bewahren und so meine Zunge zu zähmen.

Ein Wort: Die Macht der Zunge