Dezember 27

Gott will uns tragen bis zum Ende

Jesaja 46,1-47,15 (46,4)

„Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.“

Bel und Nebo waren die Hauptgottheiten der Babylonier. Ihre Götzenbilder wurden bei feierlichen Prozessionen durch die Stadt getragen. Götzen lassen sich tragen. In den guten Zeiten geht das vielleicht noch, aber in schwierigen Zeiten werden sie für uns zur Belastung, die uns müde machen. Unser Gott ist ganz anders. Anstatt sich von uns tragen zu lassen, möchte er uns tragen, gerade wenn wir schwere Zeiten erleben. Unser Gott wird auch nicht müde dabei; er kann und wird uns auch noch dann tragen, wenn wir alt und grau geworden sind. Weil unser Gott immer bereit ist, uns zu tragen, werden auch wir befähigt, gegenseitig unsere Lasten zu tragen (Gal 6,2). Weil wir Liebe und Barmherzigkeit erfahren haben, können wir zu anderen barmherzig sein. Kapitel 47 enthält die einzige Gerichtsankündigung der hinteren Kapitel im Buch Jesaja. Sie richtet sich gegen Babylon, das hier mit einer verwöhnten jungen Frau verglichen wird, die zu Sklavenarbeit degradiert wird. Gott hatte sein Volk in ihre Hand gegeben und sie zum Werkzeug des Gerichtes gemacht. Doch er wirft ihr vor, dass sie keine Barmherzigkeit gegenüber den verschleppten Israeliten gezeigt hatte. Sie fühlte sich überlegen und unbesiegbar. Doch Gott würde ihren Stolz und ihre Unbarmherzigkeit richten.

Gebet: Herr, danke für deine Barmherzigkeit, mich mein ganzes Leben lang zu tragen. Lass mich heute anderen gegenüber Barmherzigkeit üben und ihre Lasten tragen.

Ein Wort: Gott trägt uns bis zum Ende