Dezember 27

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen

Jesaja 42,1-25 (3)

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.“

Gott kündigt hier das Kommen seines Knechtes an. Er wird durch Gottes Geist bevollmächtigt sein. Seine Aufgabe besteht darin, allen Menschen, besonders aber den Heiden, das Recht, das heißt Gottes Gerechtigkeit, zu bringen. Gottes Gerechtigkeit ist ganz anders als unsere menschliche Vorstellung von Gerechtigkeit. Wir denken, Gerechtigkeit herrscht, wenn jeder bekommt, was er verdient. Doch Gottes Knecht handelt unerwartet. Er versucht nicht, sich mit lautem Geschrei und Propaganda durchzusetzen. Ein geknicktes Rohr ist nutzlos, weil es seine Stabilität verloren hat. Ein glimmender Docht ist ebenso nutzlos, da er nur noch Rauch, aber kein Licht mehr produziert. Aus menschlicher Sicht sollte deshalb das geknickte Rohr ganz zerbrochen und der glimmende Docht ganz ausgelöscht werden. Doch Gottes Knecht kommt, die Augen der Blinden zu öffnen und die Gefangenen zu befreien. Der Evangelist Matthäus sah in Jesus diesen Gottesknecht (Mt 12,18-21). Wegen unserer Sünde sind wir hoffnungslos wie ein geknicktes Rohr oder ein glimmender Docht. Jesus kam, um an unserer Stelle zerbrochen und ausgelöscht zu werden. Durch ihn werden wir aufgerichtet und empfangen die Flamme des Heiligen Geistes.

Gebet: Herr, danke für Jesus, der uns sanftmütig und still deine Gerechtigkeit gebracht hat. Schenke mir heute deine Liebe und Geduld für zerbrochene Menschen.

Ein Wort: Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen