September 25

Ton oder Töpfer?

Jesaja 29,1-24 (16)

„Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!“

In diesem zweiten Weh-Ruf geht es um die Stadt Jerusalem, die hier Ariel („Löwe Gottes“) genannt wird. Gott wollte die Bevölkerung durch eine feindliche Belagerung ängstigen und demütigen. Der Grund für diese ange¬kündigte Heimsuchung war ihre Gesetzlich¬keit und ihr geistlicher Hochmut (13). Die Menschen von Jerusalem nahmen an äußeren Formen des Gottesdienstes teil, aber sie dienten Gott nicht wirklich von Herzen. Es ging ihnen mehr um die Einhaltung menschlicher Regeln. Ihr Glaube war abgestumpft und formell. Kultur war ihnen heiliger als Verantwortung vor Gott. Und so kehrte sich die Schöpfungsordnung in ihr Gegenteil. Gott wurde immer kleiner in ihren Herzen, bis er zum geschaffenen Ton degradiert wurde. Dies ist eine ernste Ermahnung an uns: „Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!“ Dümmer geht’s nimmer. Diesem Hochmut muss eine Verblendung vorausge¬gangen sein. Niemand kann Gott etwas vorschreiben oder vorenthalten. Niemand kann Gottes Stelle einnehmen. Aber Gott hatte noch Hoffnung für sein verirrtes Jerusalem.

Gebet: Herr, ich tue Buße für meinen geistlichen Hochmut. Du bist mein Töpfer. Ich will dein Ton sein, der zu guten Werken geschaffen ist.

Ein Wort: Gott ist der Töpfer, ich bin der Ton