Einführung in den Brief an Titus
Der Brief des Paulus an Titus ist einer seiner Hirtenbriefe. Er wurde vermutlich ca. 65 n. Chr. geschrieben, nach der Freilassung des Paulus aus seiner ersten Gefangenschaft in Rom (ca. 60-62 n. Chr.). Paulus schrieb diesen Brief vielleicht in Mazedonien. Auf einer seiner letzten Reisen hatte er seinen Mitarbeiter Titus auf der Insel Kreta zurückgelassen, um die Gemeinden dort zu betreuen. Dies war keine leichte Aufgabe: Mit harten Worten tadelte Paulus das Verhalten der Kreter. Er wusste, wie schnell das Evangelium von Jesus Christus dort zerredet und verfälscht wurde. In den Gemeinden herrschte Unordnung, und einige benutzten jede Gelegenheit, um Verwirrung zu stiften. Diese Zustände bewegten Paulus Titus zu schreiben, um ihm klare Anweisungen für die Organisation der Gemeinden auf Kreta zu geben. Zugleich enthält der Brief viele Anregungen für ein glaubhaftes Leben jedes einzelnen Christen, das mehr sagt, als viele Worte es tun können. Titus wurde durch Paulus bekehrt und war einer der jungen Männer, die er mit sich auf Reisen aussandte. Titus war ein Heide, aber Paulus beschnitt ihn nicht (Gal 2,3). Dies stellte klar, dass allein der Glaube an Jesus für die Errettung notwendig ist. Titus wirkte unter anderem auch in Korinth (2. Kor 7,6.7). Später missionierte er in Dalmatien (2. Tim 4,10). Zurzeit dieses Briefes kümmerte er sich als Hirte um die Gläubigen auf Kreta, einer Insel im Mittelmeer. Die Leute waren berühmt dafür, Lügner und faule Bäuche zu sein. Hauptthema sind Apostolische Ratschläge, Ermahnungen und Belohnung guter Werke. Schlüsselverse sind die Verse 1,5 und 3,8.
Titus 1,1-9
Älteste für die Herde Gottes
(Titus 1,9) er halte sich an das Wort der Lehre, das gewiss ist, damit er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die widersprechen.
Paulus hat eine klare Identität als ein Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi. Er schreibt an Titus, seinen Sohn im Glauben. Das Evangelium ist keine vage Theorie. Es ist in der Geschichte verwurzelt, nicht in erfundenen Geschichten. Gott gibt Verheißungen, und er hält sie. Er verhieß, den Messias zu senden, und er sandte zur rechten Zeit Jesus. Er sendet zur rechten Zeit sein Wort zu jedem von uns. Er verhieß allen, die Jesus aufnehmen, ewiges Leben. Seine Verheißung ist unsere Hoffnung. Unser Glaube und unsere Erkenntnis ruhen in dieser sicheren Hoffnung. Diese Hoffnung auf Gott gibt unserem Leben die Orientierung. Titus sollte überall Älteste und geistliche Leiter einsetzen. Welchen guten Einfluss sollte er ausüben? Er sollte seiner Frau treu sein und seine Kinder disziplinieren (vgl. 1. Sam 3,13). Er sollte nicht dem Zorn nachgeben oder Gewalt gebrauchen. Er sollte nicht seine Stellung benutzen, um über andere zu herrschen oder persönlichen Gewinn zu erhalten. Er sollte sein Herz und sein Haus allen Menschen öffnen. Vor allem aber musste er sich bemühen Gottes Wort zu studieren und zu gehorchen und andere ermutigen, indem er sie die Bibel lehrt, wie sie ist.
Gebet: Herr, ich glaube an deine Verheißungen stelle überall Hirten und Bibellehrer auf.
Ein Wort: Hirten für die Herde Gottes