Einführung in das Buch Prediger
(Pred 12,13) Lasst uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.
Das Buch Prediger ist in ein ungewöhnliches Buch der Bibel, denn es enthält weniger Gottes Offenbarung als vielmehr menschliche Einsichten und Weisheiten. Der Verfasser ist Salomo, der Sohn Davids und König von Israel (1,1). Nachdem er König geworden war, war ihm Gott erschienen und hatte ihn gefragt, was er sich wünschte. Er hatte um Weisheit gebeten (1. Könige 3). Gott hatte ihm große Weisheit gegeben, mehr als allen Menschen, dazu auch Reichtum und langes Leben. Salomos Verstand und Weisheit wurden berühmt. Er dichtete unzählige Sprüche und Lieder. Aus allen Ländern kamen die Mächtigen, um seine Weisheit zu hören. Als die Königin von Saba ihn besuchte und mit Fragen prüfte, konnte er alles beantworten, so dass sie außer sich geriet vor Staunen (1. Könige 10). Das Buch Prediger gibt nun einen Einblick, dass Salomo trotz aller seiner Weisheit, seiner Macht und seines Reichtums nicht glücklich wurde. Je mehr Gedanken er sich machte, desto klarer wurde ihm, dass das Leben der Menschen, wenn es sich nur um Weisheit oder Reichtum dreht, sinnlos ist. Insofern hilft uns das Buch Prediger, zu verstehen, wie sinnlos ein Leben ohne Gott und ohne seinen souveränen Plan für unser Leben wäre. Der Herausgeber der Weisheiten Salomos hielt es für angebracht, ein Nachwort beizufügen, in dem er die Hauptsumme aller Lehren zieht (12,13): „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.“ Gott segne dieses Studium des Buches Prediger, dass wir erkennen, wie gesegnet wir in unserem Leben mit der lebendigen Hoffnung und der Mission sind!
Prediger 1,1-18
Haschen nach Wind
(Pred 1,17) Und ich richtete mein Herz darauf, dass ich lernte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, dass auch dies ein Haschen nach Wind ist.
Salomos Predigten beginnen mit einer deprimierenden Aussage: „Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.“ Dies war der Schluss, den Salomo zog, nachdem er den Lauf der Welt beobachtet hatte. Aufstieg und Niedergang von Menschengeschlechtern, der Tagesablauf, das Blasen der Winde, der stete Lauf der Wasser – alles erschien ihm als ein endloser und sinnloser Kreislauf. Mit dem Reden hat es kein Ende. Auge und Ohr sind nie zufrieden. Was die Menschen vielleicht noch motivieren könnte, wäre etwas Neues, Interessantes. Doch es geschieht auch nichts Neues unter der Sonne. Als Salomo das erkannte, trachtete er nach Weisheit. Doch die große Weisheit, um die ihn viele beneideten, brachte ihm nur Kopfschmerzen ein. „Wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämen, und wer viel lernt, der muss viel leiden.“ Menschliche Weisheit kann nützlich sein, wenn sie uns dazu führt, nach Gott zu fragen, wie Nikodemus, der in der Nacht zu Jesus kam (Joh 3,1.2).
Gebet: Herr, menschliche Weisheit ist auch nur Haschen nach Wind. Hilf mir, nach dir zu fragen.
Ein Wort: Richte dein Herz darauf, Gott zu erkennen