31. Januar 2011

Nehemia 13,1-31 

Eine erneute Reinigung

(Neh 13,30) So reinigte ich sie von allem Ausländischen und ordnete die Ämter der Priester und Leviten, für einen jeden nach seinem Dienst.

Nach zwölf Jahren Amtszeit als Statthalter musste Nehemia für einige Zeit an den persischen Hof reisen. Als er nach Jerusalem zurückkehrte, fand er sich mit etlichen Missständen konfrontiert, die sich durch geistliche Trägheit eingeschlichen hatten. Zunächst wurden aufgrund des Wortes Gottes alle Fremden weggeschickt. Der Priester Eljaschib hatte ausgerechnet dem feindlichen Tobija einen Raum im Tempelvorhof zur Verfügung gestellt. Nehemia warf Tobijas Hausrat hinaus, reinigte den Raum und führte ihn seinem ursprünglichen Zweck wieder zu. Weil das Volk die Leviten nicht versorgt hatte, hatten diese Jerusalem verlassen müssen, um selbst Land zu bebauen. Nehemia holte sie zurück. Das Sabbatgebot war gebrochen worden. Nehemia sorgte durch Schließen der Stadttore dafür, dass am Sabbat keine Händler mehr nach Jerusalem kamen. Viele jüdische Männer, sogar Priester, hatten sich ausländische Frauen genommen, sodass ihre Kinder zum Teil nicht einmal mehr hebräisch sprechen konnten. Nehemia ging auch gegen diese Sünde entschlossen vor. Wir brauchen Entschlossenheit, uns immer wieder von der Sünde zu reinigen, die sich in unserem Leben einschleicht.

Gebet: Herr, vergib mir meine geistliche Nachlässigkeit, durch die sich die Sünde immer wieder einschleicht. Reinige mich neu.

Ein Wort: Reinige dein Herz und dein Leben

29. Januar 2011

Nehemia 12,27-47 

Eine große Freude

(Neh 12,43) Und es wurden an diesem Tage große Opfer dargebracht und sie waren fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, sodass sich auch die Frauen und Kinder freuten, und man hörte die Freude Jerusalems schon von ferne.

Nachdem so viele innere und äußere Widerstände überwunden waren, kam der Tag, an dem die erneuerte Stadtmauer mit einem großen Dankfest eingeweiht wurde. Hierfür kamen die Musiker unter den Leviten aus der ganzen Umgebung in Jerusalem zusammen. Zwei große Dankchöre zogen vom südwestlich gelegenen Taltor aus in gegenläufiger Richtung auf der Mauer um die Stadt, bis sie am Tempel zusammentrafen. Der eine wurde von Esra, der andere von Nehemia angeführt. Sie sangen Danklieder und es wurden Gott Dankopfer dargebracht. Ihre Freude umfasste alle Bewohner bis hin zu den kleinen Kindern und diese Freude war bereits von weitem zu hören. Ihre Freude kam nicht daher, dass sie selbst etwas Großartiges geleistet hätten, sondern dass Gott sie gesegnet und ihnen eine große Freude bereitet hatte. Wenn wir mit Gottes Hilfe unser Ziel erreicht haben, sollen auch wir uns Zeit nehmen, uns in Gott zu freuen und ihm zu danken. Die Juden hatten auch Freude an den Priestern und Leviten, die Gott von Herzen dienten, und brachten gerne ihre Abgaben, um sie zu unterstützen.

Gebet: Herr, in dir finde ich wahre Freude. Lass mich dir von Herzen danken.

Ein Wort: Gott hat uns eine große Freude gemacht

28. Januar 2011

Nehemia 11,1-12,26 

Die Einwohner der heiligen Stadt

(Neh 11,2) Und das Volk segnete alle die Männer, die freiwillig in Jerusalem wohnen wollten.

Die Mauern Jerusalems waren wiederhergestellt, doch die meisten Häuser lagen noch in Trümmern und nur wenige Menschen wohnten dort. Dabei handelte es sich hauptsächlich um die Oberen des Volkes. Ihre Zahl war zu klein, um ein funktionierendes Stadtwesen zu gewährleisten. Deshalb sollten zehn Prozent der Juden aus den anderen Städten nach Jerusalem umziehen. Die Entscheidung, wer umziehen sollte, wurde durch das Los getroffen. Eigentlich war es ein großes Privileg, in der heiligen Stadt zu wohnen, doch andererseits war es schwer, die gerade wieder aufgebaute Existenz dafür zu verlassen und wieder von vorne anzufangen. Das Volk segnete diejenigen, die sich freiwillig für einen Umzug entschieden. Nehemia zeichnete ihre Namen sorgfältig auf. Die Liste der Priester und Leviten in Kapitel 12 zeigt die Treue Gottes in der Geschichte seines Volkes. In dieser Geschichte war jede einzelne Person wichtig und wertvoll. Wir sind zu Bürgern des himmlischen Jerusalems bestimmt. Unser Name ist im Buch des Lebens aufgezeichnet. Deshalb sollen auch wir uns entscheiden, unseren ersten Wohnsitz in Gottes Stadt und nicht in dieser Welt zu haben.

Gebet: Herr, danke dass du mich erwählt hast, im himmlischen Jerusalem zu wohnen. Hilf mir, meine wahre Heimat und Hoffnung dort zu haben.

Ein Wort: Lebe als Bürger der Stadt Gottes

27. Januar 2011

Nehemia 10,1-40 

Eine feste Abmachung

(Neh 10,1) Und darum wollen wir eine feste Abmachung treffen, sie aufschreiben, und unsere Fürsten, Leviten und Priester sollen sie versiegeln und unterschreiben.

Nachdem die Israeliten vor Gottes Wort ihre Sünde erkannt und sie in einem dreistündigen Bußgebet vor Gott gebracht hatten, entschieden sie sich, mit Gott einen neuen Anfang zu machen. Ihren neuen Bund mit Gott bestätigten sie durch eine verbindliche schriftliche Abmachung. Die Priester, Leviten und Landesfürsten unterschrieben den Vertrag mit Gott als erste, danach folgten alle, die alt genug waren, den Inhalt zu verstehen. Sie banden sich mit einem Eid, nach dem Wort Gottes zu leben. Im Einzelnen beinhaltete die Verpflichtung, sich nicht mit den ungläubigen Völkern des Landes zu verschwägern, auf Schuldforderungen und Abgaben in jedem siebten Jahr zu verzichten, jährlich den dritten Teil eines Silberstücks zum Dienst am Tempel zu geben, das Haus Gottes sippenweise mit Brennholz zu beliefern, sowie die Erstlingsgabe und den Zehnten zu Gott zu bringen. Wenn wir vor Gott Buße getan haben, ist es Zeit, einen neuen, verbindlichen Anfang mit Gott zu machen. Unser neuer Bund mit Gott beruht aber nicht mehr auf unseren schwachen menschlichen Vorsätzen und Bemühungen, sondern auf dem Blut Jesu, der uns zu neuen Menschen verändert.

Gebet: Herr, danke für den neuen Bund in Jesus, den du mit mir geschlossen hast. Lass mich dich durch ein erneuertes Leben ehren.

Ein Wort: Mache einen neuen Anfang mit Gott!

26. Januar 2011

Nehemia 9,1-37  

Ein Gebet der Buße

(Neh 9,3) Und sie standen an ihrem Platz auf und man las vor aus dem Buch des Gesetzes des Herrn, ihres Gottes, drei Stunden lang, und drei Stunden bekannten sie und beteten zum Herrn, ihrem Gott.

Das intensive einwöchige Bibelstudium war nicht ohne Wirkung geblieben. Es kam zu einer geistlichen Erweckung. Die Israeliten kamen zwei Wochen nach dem Laubhüttenfest erneut zusammen, um Buße zu tun, zu fasten und ihr Leben vor Gott zu reinigen. Nach einem erneuten dreistündigen Bibelstudium bekannten sie drei Stunden lang ihre Sünde und beteten Gott an. Im Gebet erinnerten sie sich an Gottes Eigenschaften und an Gottes Geschichte mit seinem Volk. Aus seiner Gnade hatte Gott mit Abraham einen Bund geschlossen. Gott war diesem Bund immer treu geblieben. Er hatte sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit, durch das Rote Meer hindurchgeführt und sie in einer Wolken- und Feuersäule geleitet. Er hatte ihnen sein lebendiges Wort gegeben und sie in der Wüste versorgt. Er hatte sie in das verheißene Land gebracht. Doch obwohl Gott immer treu war, war sein Volk ihm immer wieder untreu geworden, indem sie sein Wort missachteten. Die babylonische Gefangenschaft war die Folge ihrer Sünde, Gott in der Zeit des Segens nicht zu ehren und ihm nicht zu dienen. Nun waren sie Knechte im verheißenen Land und in großer Not. Doch in Gott gab es noch Hoffnung für sie.

Gebet: Herr, du bist treu, auch wenn ich selbst untreu bin. Lass mich durch die Buße zu dir umkehren.

Ein Wort: Gott ist treu

25. Januar 2011

Nehemia 8,1-18 

Freude an Gottes Wort

(Neh 8,10) Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und esst fette Speise und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

Nach Fertigstellung der Mauer hatten die Israeliten ihr Leben wieder eingerichtet. Doch ihr geistliches Verlangen war noch nicht gestillt. Deshalb kamen sie zu Esra, dem Schriftgelehrten, und baten ihn, ihnen Gottes Wort weiterzugeben. Einen ganzen Vormittag lang las Esra aus der Bibel allen vor, die ihn verstehen konnten. Die führenden Persönlichkeiten Jerusalems standen neben ihm. Die Leviten unterstützten ihn dabei, indem sie Gottes Wort den Zuhörern klar und verständlich auslegten. Durch Gottes Wort wurden die Israeliten tief betroffen. Sie erkannten ihre Sünde vor Gott und taten mit vielen Tränen Buße. Doch Nehemia und Esra halfen ihnen, nicht in der Trauer um ihre Sünde zu bleiben, sondern die Freude der Vergebung zu erfahren. So feierten sie ein großes Freudenfest. Die Freude der Sündenvergebung ist die wahre Stärke aller Gläubigen. Als die Israeliten am zweiten Tag über das Laubhüttenfest lasen, das in der Zeit des Exils nicht gefeiert worden war und gerade zu dieser Jahreszeit stattfinden sollte, ergriffen sie die Gelegenheit und feierten es. Während der siebentägigen Feier wurde weiter jeden Tag Gottes Wort vorgelesen.

Gebet: Herr, danke für dein Wort, durch das ich meine Sünde, aber auch deine Vergebung erkenne.

Ein Wort: Freue dich an Gottes Wort!

24. Januar 2011

Nehemia 7,1-72 

Wachsamkeit

(Neh 7,3) Und ich sprach zu ihnen: Man soll die Tore Jerusalems nicht auftun, ehe die Sonne heiß scheint; und während sie noch am Himmel steht, soll man die Tore schließen und verriegeln. Und man soll Wachen aufstellen aus den Bürgern Jerusalems, die einen bei ihrer Wachmannschaft, die andern ihrem Hause gegenüber.

Mit dem Einhängen der Türen wurde der Mauerbau offiziell abgeschlossen. Nun könnten alle zu einem normalen Leben zurückkehren. Doch Nehemia machte es sich nicht bequem und ruhte sich aus, sondern setzte mit seinem Bruder Hanani und dem Burgvogt Hananja treue und gottesfürchtige Männer als Verwalter für Jerusalem ein. Er ordnete kurze Öffnungszeiten für die Tore an und stellte Wachen und Torhüter auf. Jerusalem war groß und noch wenig besiedelt. Nehemia fand die Aufzeichnung derjenigen, die aus dem Exil zurückgekehrt waren und machte eine genaue Bestandsaufnahme. Jeder der Rückkehrer sollte seinen Familienbesitz und Status zurückerhalten. So könnte Jerusalem wieder richtig besiedelt werden. Die lange Liste von Namen zeigt, dass in Gottes Werk jede einzelne Person eine große Bedeutung hat. Jeder, der zurückgekehrt war, war wichtig und unersetzlich. Als Zeichen ihrer Dankbarkeit gaben die Sippenhäupter, Nehemia selbst und das Volk ein großzügiges Opfer für den Tempelbau.

Gebet: Herr, lass mich in der Zeit des Segens nicht nachlässig werden, sondern deinem Werk wachsam und treu dienen.

Ein Wort: Bleibe wachsam in der Zeit des Segens

22. Januar 2011

Nehemia 6,1-19 

Gottes Werk wird vollendet

(Neh 6,16) Und als alle unsere Feinde das hörten, fürchteten sich alle Völker, die um uns her wohnten, und der Mut entfiel ihnen; denn sie merkten, dass dies Werk von Gott war.

Je mehr sich der Mauerbau der Vollendung näherte, desto heftiger wurde der Widerstand der Feinde Gottes, die sich jetzt direkt gegen Nehemia richteten. Sie luden mehrmals zu einer Art Friedenskonferenz ein, doch Nehemia durchschaute ihre Absicht, ihn von der Arbeit an Gottes Werk abzuhalten. Dann schickte Sanballat ihm einen offenen Brief und setzte damit das Gerücht in Umlauf, dass Nehemia vom Perserkönig abfallen und sich selbst zum König von Juda machen wolle. Nehemia stellte die Angelegenheit in der Wahrheit klar. Schließlich bezahlten Gottes Feinde einen falschen Propheten unter den Juden, der Nehemia dazu bringen sollte, im Inneren des Tempels vor einem möglichen Angriff Zuflucht zu suchen. Doch Nehemia fürchtete sich nicht vor den Feinden, sondern hatte Ehrfurcht vor Gott. Er war kein Priester und durfte das Innere des Tempels nicht betreten. Weil Nehemia standhaft blieb, konnte die Mauer in der kurzen Zeit von 52 Tagen fertig gestellt werden. Jetzt mussten sogar Gottes Feinde erkennen, dass dieses Werk von Gott war. Auch Tobija, der weiter seine Intrigen spann, konnte das nicht ändern.

Gebet: Herr, ich möchte in der Zeit der Anfechtung nicht in Furcht geraten oder mich ablenken lassen, sondern dein Werk fortsetzen.

Ein Wort: Stelle Gottes Werk mit Entschlossenheit fertig

21. Januar 2011

Nehemia 5,1-19 

In der Furcht Gottes wandeln

(Neh 5,9) Und ich sprach: Es ist nicht gut, was ihr tut. Solltet ihr nicht in der Furcht Gottes wandeln um des Hohnes der Heiden willen, die ja unsere Feinde sind?

Zu der Bedrohung von außen kamen interne Probleme. Weil das Volk mit dem Mauerbau beschäftigt war, konnten sie kein Getreide anbauen. Einige hatten deshalb ihre Kinder verpfändet, andere ihre Immobilien und Grundstücke versetzt, um Getreide zu kaufen. Wieder andere mussten sich Geld leihen, um ihre Steuern zu bezahlen. Zinsen zu nehmen verstieß ganz klar gegen Gottes Gebote. Als Nehemia von den Missständen hörte, wurde er sehr zornig. Er führte den Schuldigen ihr Unrecht vor Augen und erinnerte sie daran, in der Furcht Gottes zu wandeln, das heißt, nicht für ihren eigenen Vorteil, sondern vor Gott zu leben. Tatsächlich kehrten sie um und erließen ihren Brüdern alle Schulden. Nehemia selbst ging mit gutem Beispiel voran. Er selbst hatte wohl ohne Zinsen Geld und Getreide verliehen und erließ allen Schuldnern ihre Schulden. Während seiner zwölfjährigen Zeit als Statthalter verzichtete er aus Gottesfurcht auf alle seine Privilegien. Er belastete das Volk nicht mit Abgaben und arbeitete wie alle anderen an der Mauer mit. Die Bewirtung von Gästen bestritt er aus eigener Tasche. Er rühmte sich deshalb nicht vor den Menschen, sondern brachte alles im Gebet vor Gott.

Gebet: Herr, lass mich heute in der Furcht Gottes wandeln und Probleme lösen, indem ich mit gutem Beispiel vorangehe.

Ein Wort: Wandle in der Furcht Gottes!

20. Januar 2011

Nehemia 3,33-4,17  

Fürchtet euch nicht, gedenkt an den Herrn

(Neh 4,8) Und als ich ihre Furcht sah, machte ich mich auf und sprach zu den Vornehmen und Ratsherrn und dem übrigen Volk: Fürchtet euch nicht vor ihnen; gedenkt an den Herrn, der groß und furchtbar ist, und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Frauen und Häuser!

Als Gottes Werk gut vorankam, traten die Feinde Gottes auf den Plan. Sie begannen mit psychologischer Kriegsführung. Ihr Spott sollte die Arbeiter entmutigen, enthielt aber auch eine versteckte Drohung. Als Nehemia sich durch sie nicht einschüchtern ließ, planten sie einen Angriff. Nehemia erfuhr von dem Plan und traf Vorbereitungen durch Wachen und Gebet. Doch die Bauarbeiter wurden durch die Bedrohung von außen entmutigt. Sie waren erschöpft, weil sie neben dem Mauerbau und den Verteidigungsmaßnahmen auch mit viel Bauschutt zu kämpfen hatten. Dazu waren sie furchtsam wegen des Angriffs, der näher rückte. In dieser Situation richtete Nehemia die Augen des Volkes Gottes auf den Herrn, der groß und furchtbar ist und für sie streitet. Er ließ die noch offenen Stellen familienweise schützen. Als die Feinde wieder abgezogen waren, arbeitete die Hälfte der Baumannschaft an der Mauer, während die andere Hälfte zur Verteidigung bereitstand. Auch die Bauarbeiter trugen mit einer Hand eine Waffe und arbeiteten mit der anderen. Ein Posaunenbläser konnte notfalls alle sofort zusammenrufen.

Gebet: Herr, lass mich mein Vertrauen auf dich setzen und so verschiedene Lasten gleichzeitig tragen.

Ein Wort: Gedenke an den Herrn

19. Januar 2011

Nehemia 3,1-32 

Alle bauen mit

(Neh 3,1) Und Eljaschib, der Hohepriester, machte sich mit seinen Brüdern, den Priestern, auf und sie bauten das Schaftor. Sie deckten es und setzten seine Türen ein. Sie bauten aber weiter bis an den Turm Mea und bis an den Turm Hananel.

Der Wiederaufbau der Stadtmauer war ein gigantisches Bauvorhaben. Dagegen waren die Einwohner Jerusalems weder Architekten und Bauingenieure noch Bauarbeiter. Doch Gottes Werk konnte gelingen, indem jeder seinen Teil beitrug und alle mit einem Ziel zusammenarbeiteten. Der Hohepriester Eljaschib ging mit gutem Beispiel voran. Er baute mit den Priestern das Schaftor, durch das die Opfertiere in die Stadt gebracht wurden. Unter den Bauarbeitern gab es Goldschmiede, Salbenbereiter, Vorsteher von Bezirken und halben Bezirken. Schallum, der Vorsteher des halben Bezirkes von Jerusalem, hatte wahrscheinlich keine Söhne, die mit ihm bauen konnten, deshalb halfen ihm seine Töchter. Einige fühlten sich allerdings auch zu vornehm für solche Arbeit (5). Viele arbeiteten an einem Mauerabschnitt in der Nähe ihres Wohnhauses und wurden dadurch noch mehr motiviert. Andere kamen extra aus anderen Städten wie Jericho, Tekoa, Gibeon und Mizpa. Der Statthalter der Gegend westlich des Euphrat stellte seine Leute für diese Arbeit frei. So konnte Gottes Werk voranschreiten.

Gebet: Herr, lass mich von Herzen an deinem Werk an der Stelle mitarbeiten, die du mir zugewiesen hast. Segne unsere Zusammenarbeit.

Ein Wort: Baue mit an Gottes Werk

18. Januar 2011

Nehemia 2,11-20 

Lasst uns aufbauen!

(Neh 2,17) Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück, in dem wir sind, dass Jerusalem wüst liegt und seine Tore mit Feuer verbrannt sind. Kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems wieder aufbauen, damit wir nicht weiter ein Gespött seien!

Als Nehemia in Jerusalem angekommen war, nahm er sich zunächst drei Tage Zeit für Ruhe und Gebet. Dann machte er sich allein bei Nacht auf, um den Zustand der Stadtmauer genau zu erkunden. An einigen Stellen war die Zerstörung so groß, dass er nicht weiter reiten konnte, sondern absteigen und zu Fuß gehen musste. Trotzdem war diese Bestandsaufnahme wichtig. Danach traf sich Nehemia mit den Juden in Jerusalem und teilte ihnen seinen Plan mit. Er stellte schonungslos den verwüsteten Zustand der Stadtmauer dar. Aber er berichtete auch von Gottes gnädiger Hand, die bereits das Herz des Königs bewegt hatte. Und er teilte mit ihnen Gottes Vision vom Wiederaufbau. Tatsächlich wurden die Jerusalemer Ratsherren ermutigt, aus ihrer Mutlosigkeit aufzustehen und das gute Werk in die Hand zu nehmen. Die Feinde des Volkes Gottes waren dagegen sehr verdrossen. Sie verhöhnten den Wiederaufbau mit unterschwelligen Drohungen. Nehemia wies sie zurück und setzte seine Hoffnung auf den Gott des Himmels, der ihr Werk gelingen lassen würde.

Gebet: Herr, danke dass du dein Werk gelingen lässt. Hilf mir, auf dich zu vertrauen und auch andere zu deinem Werk zu ermutigen.

Ein Wort: Kommt, lasst uns Gottes Werk aufbauen!

17. Januar 2011

Nehemia 2,1-10 

Gottes gnädige Hand

(Neh 2,8b) Und der König gab sie mir, weil die gnädige Hand meines Gottes über mir war.

Vier Monate hatte Nehemia für den Wiederaufbau der heiligen Stadt gebetet, als er die Gelegenheit bekommt, dem König sein Herzensanliegen vorzutragen. Erstaunlicherweise fragt der König von sich aus, was Nehemia bedrückt. Er hatte selbst den Wiederaufbau der Stadtmauer Jerusalems gestoppt. Doch Nehemia ist im Gebet vorbereitet. Er überwindet seine Furcht vor dem König und trägt mutig sein Anliegen vor, in seine Heimatstadt zu reisen, um sie wieder aufzubauen. Er hat auch schon darüber nachgedacht, wie viel Zeit er für diese Reise benötigt. Als der König zustimmt, bittet er zusätzlich um Empfehlungsschreiben an die Statthalter jenseits des Euphrat, um eine berittene Leibwache und um Holz als Baumaterial. Tatsächlich wird ihm alles gewährt, nicht wegen seiner geschickten Verhandlungstaktik oder wegen der generellen Großzügigkeit des Königs, sondern weil die gnädige Hand seines Gottes über ihm war. Unser Gebet ist eine mächtige Waffe, weil es den starken Arm und die gnädige Hand Gottes in Bewegung setzt. Wenn wir uns im Gebet vorbereiten, können wir das mächtige Eingreifen Gottes erfahren, der in unserem Land bereits nicht eine Mauer aufgebaut, sondern eine Mauer eingerissen hat.

Gebet: Herr, danke für deine gnädige Hand, die über uns ist. Lass mich im Gebet vorbereitet sein und dein Wirken erfahren.

Ein Wort: Bete und erfahre Gottes gnädige Hand

15. Januar 2011

Einführung in das Buch Nehemia

Das Buch Nehemia bildet zusammen mit dem Buch Esra eine zusammenhängende Darstellung der ersten Zeit nach der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft. Esra war bereits 458 v. Chr. zurückgekehrt und hatte sich der Aufgabe gewidmet, das geistliche Leben unter den zurückgekehrten Juden zu erneuern. Der Tempel wurde wiederaufgebaut. Doch da die Stadtmauer Jerusalems noch zerstört war, war die Stadt ihren Feinden schutzlos ausgeliefert. Nehemia (= „der Herr hat getröstet“) diente dem persischen König als Mundschenk. Als er von der Lage der heiligen Stadt hörte, ließ er sich im Jahr 444 v. Chr. als Statthalter nach Judäa senden, um die zerstörte Stadtmauer wieder aufzubauen. Er konnte die Juden in Jerusalem und Judäa motivieren, für die Wiederherstellung der heiligen Stadt einmütig zusammenzuarbeiten. Trotz des Widerstandes der feindlich gesinnten Nachbarvölker gelang es, die Stadtmauer in nur 52 Tagen wiederaufzubauen. Dadurch wurde die Identität der Juden als Gottes Volk gestärkt. Auch der geistliche Zustand des Volkes Gottes wurde erneuert. Zwölf Jahre später musste sich Nehemia für einige Zeit am persischen Hof aufhalten. Als er zurückkehrte, fand er verschiedene Missstände als Folge geistlicher Nachlässigkeit vor, um die er sich erneut kümmern musste. Wir lernen durch Nehemia, wie wir als Bauleute des Reiches Gottes Gottes Werk tun sollen. Nehemia zeigt uns die Bedeutung einer Person, die in Gottes Werk Verantwortung übernimmt und andere motiviert. Aber Gottes Werk geschieht auch, indem jeder von ganzem Herzen seinen Teil beiträgt.

Nehemia 1,1-11 

Erneuerung beginnt mit Buße und Gebet

(Neh 1,4) Als ich aber diese Worte hörte, setzte ich mich nieder und weinte und trug Leid tagelang und fastete und betete vor dem Gott des Himmels

Nehemia lebte sicher, bequem und in einer angesehenen Stellung am Hof des persischen Königs Artaxerxes. Als Mundschenk besaß er das Vertrauen des Königs. Doch er wurde aus seinem gewohnten Alltagsleben gerissen, als sein Bruder Hanani aus Judäa in die persische Hauptstadt kam. Nehemia erkundigte sich nach seinem Volk. Die Nachrichten waren erschütternd. Bereits mehr als 90 Jahre zuvor waren Juden aus dem babylonischen Exil in ihre Heimat zurückgekehrt. Doch die Stadtmauern der heiligen Stadt Jerusalem lagen immer noch in Trümmern. Das bedeutete großes Unglück und Schmach für Gottes Volk, das schutzlos seinen Feinden ausgeliefert war. Nehemia war betroffen, weinte, trug Leid, fastete und betete zu Gott. Im Gebet bekannte er zunächst die Sünden seines Volkes und seiner Familie und auch seine eigene Schuld vor Gott. Anstatt auf der Seite des Volkes Gottes zu stehen, hatte er für sich selbst gelebt. Nehemia erinnerte sich aber im Gebet an Gottes Verheißung, sein Volk wiederherzustellen, wenn sie zu ihm umkehren. Er betete, dass Gott das Herz des Königs bewegt, der selbst den Wiederaufbau Jerusalems gestoppt hatte. Nehemias Gebet dauerte insgesamt vier Monate.

Gebet: Herr, unser Land liegt geistlich in Trümmern. Schenke mir Buße und Gebet für eine geistliche Erneuerung.

Ein Wort: Bete für eine geistliche Erneuerung!