13. Dezember 2011

Die Wege des Herrn sind richtig

Hosea 14,2-10

(Hos 14,10) Wer ist weise, dass er dies versteht, und klug, dass er
dies einsieht? Denn die Wege des Herrn sind richtig und die Gerechten
wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.

Am Schluss des Buches Hosea finden wir noch einmal die Einladung
zur Umkehr und eine großartige Verheißung. Es ist wichtig,
dass wir unsere Sünde vor Gott konkret erkennen und bekennen.
Hosea legt seinem Volk in den Versen 3-4 ein Schuldbekenntnis vor.
Ihre Sünde bestand darin, dass sie auf menschliche und politische
Hilfe vertraut hatten anstatt auf Gott. Sie waren hochmütig gegenüber
Gott geworden, sollten aber nun von ihrem hohen Ross heruntersteigen.
Sie hatten auch selbstgerecht auf die Werke ihrer Hände
vertraut. Wenn sie von Herzen ihre Sünde vor Gott bekannten
und zu ihm umkehrten, dann wollte Gott sie gerne lieben, seinen
Zorn von ihnen wenden und sie geistlich heilen. Er wollte sie wieder
blühend machen wie eine Lilie, ihnen kräftige Wurzeln geben,
sie schön machen wie einen Ölbaum und wohlriechend wie eine
Linde. Sie sollten blühen wie ein Weinstock. Gott wollte ihr Leben
wieder führen und es fruchtbar machen. Weise und klug sind die
Menschen, die auf Gottes Wegen wandeln, die er uns in seinem
Wort zeigt, indem sie ihre Sünde vor Gott bekennen, zu ihm umkehren
und in einer rechten Beziehung zu ihm leben.

Gebet: Herr, lehre mich weise und klug zu sein, indem ich zu dir
umkehre und deine Liebe annehme.

Ein Wort: Sei weise und klug, wandle auf Gottes Wegen

12. Dezember 2011

Kein anderer Heiland

Hosea 13,1-14,1

(Hos 13,4) Ich aber bin der Herr, dein Gott, von Ägyptenland her,
und du sollst keinen andern Gott kennen als mich und keinen Heiland
als allein mich.

Ephraim war ein Sohn Josefs und wurde von Jakob zum eigenen
Sohn und damit zum eigenen Stamm erhoben. Er entwickelte
sich zum führenden Stamm Nordisraels. Bedeutende Führer Israels
wie Josua waren Ephraimiter. Doch nach der Teilung Israels gerieten
sie in Sünde, indem sie sich zwei goldene Kälber machten, anstatt
den wahren und einzigen Gott anzubeten. Schließlich brachten sie
sogar Menschenopfer. Indem sie Gott durch tote Götzen ersetzen
wollten, verloren sie die Ewigkeit und wurden so flüchtig und vergänglich
wie Wolken, Tau, Spreu oder Rauch. Unser Gott ist der einzige
Gott. Es gibt keinen anderen Heiland und Erretter. Er sandte
seinen einzigen Sohn Jesus Christus und opferte ihn, um uns von
unseren Sünden zu erretten. In keinem anderen finden wir das Heil
(Apg 4,20). Er hat die Macht des Todes überwunden. Gott hatte Israel
durch die Wüstenzeit geführt und sie geweidet. Aber sie wurden
satt, selbstzufrieden und hochmütig, sodass sie Gott vergaßen. Sie
brachten sich selbst damit ins Unglück. Sie suchten Hilfe bei ihren
Königen, doch Gott ist es, der in seiner Souveränität Könige einsetzt
und absetzt. Wo Menschen nicht Gott als ihren einzigen Erretter,
ihre Hilfe und Zuflucht suchen, führt ihr Weg in die Selbstzerstörung.

Gebet: Herr, danke, dass du die Macht des Todes überwunden hast.
Du bist mein einziger Gott und Heiland.

Ein Wort: Jesus ist der einzige Erretter

10. Dezember 2011

Hoffe stets auf deinen Gott

Hosea 12,1-15

(Hos 12,7) So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit
und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!

In diesem Kapitel vergleicht der Prophet das Verhalten des
Volkes Israel mit dem seines Stammvaters Jakob. Jakob hatte einen
betrügerischen, hinterlistigen und unzuverlässigen Charakter. Er
kämpfte mit allen menschlichen Mitteln, seine Ziele zu erreichen:
Ehre, Liebe und Reichtum. Bereits im Mutterleib begann seine
Konkurrenz mit seinem Bruder Esau, den er schließlich übervorteilte
und betrog, um das Erstgeburtsrecht und den Segen seines
Vaters zu bekommen. Er kämpfte weiter um die Liebe einer Frau
und für Reichtum. Wie Jakob war auch das Volk Israel voller Lüge
und Falschheit. Anstatt an Gott festzuhalten, suchten sie ihre Ziele
durch Bündnisse mit Assyrien oder Ägypten mit menschlichen
Mitteln zu erreichen. Jakob kämpfte am Jabbok mit Gott im Gebet
unter Tränen. Er siegte, als Gott seine menschliche Stärke zerbrach
und er seine Hoffnung nur noch auf Gott setzen konnte. Dadurch
konnte er Gott persönlich finden und zu Israel, zum Streiter Gottes,
verändert werden. Ebenso sollte auch Gottes Volk nicht menschlich,
sondern geistlich kämpfen, um zu Gott umzukehren und seine
Hoffnung allein auf ihn zu setzen. Doch sie hielten an ihrer Sünde
fest und betrogen sich selbst. Gott musste sie durch eine neue Zeit
des Exils geistlich erziehen.

Gebet: Herr, ich möchte wie Jakob geistlich kämpfen, um die Dinge
dieser Welt loszulassen und allein auf dich zu hoffen.

Ein Wort: Hoffe allein auf Gott!

9. Dezember 2011

Gottes Herz ist anders

Hosea 11,1-11

(Hos 11,8) Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, und dich ausliefern,
Israel? Wie kann ich dich preisgeben gleich Adma und dich
zurichten wie Zebojim? Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine
Barmherzigkeit ist entbrannt.

Gott betrachtete sein Volk als seinen Sohn, den er aus der
Sklaverei in Ägypten adoptiert hatte. Er lehrte sie gehen und trug
sie, wenn sie zu schwach waren. Er gab ihnen eine Aufgabe, die sie
mit ihren menschlichen Fähigkeiten erfüllen konnten. Er half ihnen,
wenn es zu schwer wurde und ernährte sie. Sie wurden von den Seilen
der Liebe Gottes gehalten. Sie sollten nie wieder nach Ägypten,
in die Knechtschaft der Sünde, zurückkehren. Doch sie bemerkten
Gottes Liebe und Hilfe nicht einmal. Nun drohte Assyrien mit der
Eroberung. Es war Gottes Warnung, zu seiner Liebe zurückzukehren.
Doch die Israeliten wollten nicht umkehren. Keiner achtete auf
die Predigt des Propheten. Deshalb sollte Gott sie nun dem Gericht
ausliefern. Adma und Zebojim waren die Städte, die gemeinsam mit
Sodom und Gomorrha von Gott vernichtet wurden. Doch Gottes
Herz war anders als das der Menschen. Gottes Herz ist voller Gnade
und Barmherzigkeit. Er möchte vergeben und erneuern und nicht
strafen und verderben. Er wartet mit Geduld, dass die Menschen zu
ihm umkehren. Er brüllt wie ein Löwe, damit die Menschen seine
Stimme hören und wieder herbeikommen, um ihm nachzufolgen.

Gebet: Herr, danke für deine Geduld mit den Sündern. Lehre mich
dein Herz für verlorene Menschen.

Ein Wort: Schenke auch mir ein anderes Herz

8. Dezember 2011

Pflüget ein Neues!

Hosea 10,1-15

(Hos 10,12) Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maß der Liebe!
Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen, bis er
kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Der Prophet vergleicht Israel mit einem üppig rankenden
Weinstock, der viele Früchte trägt. Doch anstatt Gott für diesen
Segen zu danken, betete die Menschen in jedem Winkel des Landes
Götzen an. Ihr Herz war falsch. Nun mussten sie ernten, was
sie gesät hatten: ihr König, auf den sie sich verlassen hatten, war
machtlos geworden und konnte ihnen nicht mehr helfen. Das goldene
Kalb, das sie als Gott angebetet hatten, wurde nach Assyrien
verschleppt. Sie selbst waren so verzweifelt, dass sie sich den
Tod wünschten. Doch Gott wollte sie strafen, um sie zu erziehen. Er
wollte ihnen das Joch der Knechtschaft unter den Heiden auflegen.
Gott hoffte immer noch darauf, dass sie einen echten Neuanfang
finden könnten. Sie sollten nicht weiter den eigefahrenen Wegen
folgen. Stattdessen sollten sie wie mit dem Pflug neue Furchen in
ihrem Leben ziehen. Dort könnten sie Gerechtigkeit säen und nach
dem Maß der Liebe und Gnade Gottes ernten. Leider entschieden
sich die Israeliten dafür, böse Wege zu pflügen, Übeltat zu ernten
und Lügenfrüchte zu essen. So würden sie schließlich untergehen.

Gebet: Herr, lass mich heute einen neuen Weg in meinem Leben
pflügen, der dir gefällt, sodass ich Gerechtigkeit säen und nach deiner
Gnade ernten kann.

Ein Wort: Pflüge ein Neues!

7. Dezember 2011

Weil sie nicht hören wollen

Hosea 9,1-17

(Hos 9,17) Mein Gott wird sie verwerfen, weil sie nicht hören wollen,
und sie sollen unter den Heiden umherirren.

Hier tritt der Prophet wohl bei einem Erntefest auf. Die Menschen
freuten und rühmten sich. Wegen der reichen Ernte dachten
sie, dass schon alles in Ordnung sei. Doch ihre Herzen waren
geteilt. Dort herrschte nicht Gott allein, sondern sie hatten sich an
verschiedene Götzen verkauft, von denen sie sich Wohlstand und
Sicherheit versprachen. Gott wollte dies nicht übersehen. Tote
Götzen machen unser Leben vor Gott unrein, so wie die Israeliten
durch den Kontakt mit einem Toten kultisch unrein wurden. Wir
können dann nicht mehr zu Gott kommen. Anstatt auf Gottes Wort
durch Hosea zu hören, bezeichneten die Israeliten ihn als einen
Narren und erklärten ihn für wahnsinnig. Sie versuchten, auf ihre
eigene Weise nach Gott auszuspähen, doch es würde ihnen nicht
gelingen. Während der Wüstenwanderung waren die Israeliten für
Gott wie Trauben oder die besonders begehrten ersten Feigen am
Feigenbaum. Damals hatten sie auf Gottes Wort gehört und waren
der Wolken- und Feuersäule jeden Tag gefolgt. Doch schon an der
Grenze zum verheißenen Land hatte der Götzendienst angefangen
und ihre Haltung gegenüber Gott war relativ geworden. Gott wollte
ihr Leben unfruchtbar machen. Die Wurzel unserer geistlichen Probleme
besteht darin, dass wir aufhören, auf Gott und sein Wort zu
hören.

Gebet: Herr, ich möchte auf dein Wort hören und dir ohne Kompromisse
folgen.

Ein Wort: Höre auf Gottes Wort!

6. Dezember 2011

Stoße laut in die Posaune!

Hosea 8,1-14

(Hos 8,1) Stoße laut in die Posaune! Es kommt über das Haus des
Herrn wie ein Adler, weil sie meinen Bund übertreten und sich gegen
meine Gebote auflehnen.

Eine Posaune ist ein unüberhörbares Signal, zum Beispiel
bei einem Angriff im Krieg. So unüberhörbar sollte Hosea Gottes
Gericht ankündigen. Gottes Volk übertrat seinen Bund und lehnt
sich gegen seine Gebote auf. Die Israeliten hatten kein Sündenbewusstsein.
Sie riefen Gott beim Namen und behaupteten, ihn zu
kennen. Dabei trafen sie ihre Entscheidungen ohne Gott. Um Gott
zu ersetzen, hatten sie zwei goldene Kälber aufgestellt, von denen
zu Hoseas Zeiten das eine bereits in assyrische Hände gefallen war.
Auch das andere wollte Gott nicht mehr lange dulden. Die Menschen
waren störrisch wie ein Wildesel und versuchten, ihre außenpolitischen
Probleme durch Bestechung zu lösen. Sie hatten
sich viele Altäre gemacht und brachten darauf große Mengen an
Opfern. Eigentlich sind Altäre dazu da, Gott anzubeten und Opfer,
um für die Sünden Sühne zu schaffen. Doch für Gottes Volk waren
die Opfer ein Ersatz für Gehorsam geworden. So blieben alle ihre
religiösen Bemühungen nutzlos. Gott kündigte ein neues Exil wie in
Ägypten an, was sich durch die assyrische Gefangenschaft erfüllte.
Gegenüber Menschen, die störrisch an ihrer Sünde festhalten, müssen
wir manchmal wie Hosea in die Posaune blasen, damit sie zur
Besinnung kommen.

Gebet: Herr, lass mich heute deine Wahrheit unüberhörbar verkünden,
damit Menschen zu dir umkehren.

Ein Wort: Blase in die Posaune!

5. Dezember 2011

Wie ein schlaffer Bogen

Hosea 6,7-7,16

(Hos 7,16a) Sie bekehren sich, aber nicht recht, sondern sind wie
ein schlaffer Bogen.

Dieser Abschnitt befasst sich detailliert mit der Sünde Israels.
In der Zeit zwischen 747 und 732 v. Chr. starb von fünf Königen
Israels nur einer eines natürlichen Todes. Es gab eine Vielzahl von
Verschwörungen und Revolutionen. Bündnisse wurden übertreten
und unschuldiges Blut wurde vergossen. Priester, die doch den
Menschen helfen sollten, zu Gott zu kommen, wurden zu Räubern
und Mördern und begingen Schandtaten. Gott wollte die Sünden
seines Volkes heilen, doch die Menschen dachten, sie könnten ihre
Bosheit vor Gott verborgen halten. Ihr Herz war vor Bosheit glühend
wie ein gerade eingeheizter Backofen. Sie träumten von einem
außenpolitisch starken Israel, während ihre Könige fielen wie
die Dominosteine. Dabei gab es niemanden, der auf die Idee gekommen
wäre, Gott anzurufen. Stattdessen hofften sie auf starke
Bündnispartner wie Ägypten oder Assyrien. Sie merkten nicht, dass
die fremden Völker sie nur ausnutzen und ihre Kraft fressen wollten.
Anstatt Gott anzurufen, wandten sie sich heidnischen Kulten
mit Geheul und Selbstverletzung zu. Einige wollten zu Gott umkehren.
Doch ihre Buße war nicht aufrichtig. Deshalb waren sie wie ein
schlaffer Bogen, der keine Kraft hat, einen Pfeil zum Ziel zu bringen.

Gebet: Herr, ich will mich nicht oberflächlich, sondern von ganzem
Herzen zu dir wenden.

Ein Wort: Lebe aufrichtig vor Gott

3. Dezember 2011

Lust an der Liebe und Erkenntnis Gottes

Hosea 5,15-6,6

(Hos 6,6) Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an
der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.

Gott wartete darauf, dass sein Volk zu ihm umkehrt. Die
Menschen sollten ihre Schuld vor ihm erkennen und zu ihm umkehren.
Tatsächlich schienen Israel und Juda auf Gottes Angebot
einzugehen, als sie sich in Not befanden. Kapitel 6,1-3 enthalten
ihre Antwort an Gott in Form eines kurzen Liedes. Sie erkennen
Gott als denjenigen an, der ihre Not zugelassen hat, und der sie
wieder aufrichten und lebendig machen wird. Doch es gibt kein
Bekenntnis ihrer Schuld. Ihre Hinwendung zu Gott ist eine religiöse
Routine. Sie halten Gottes Erbarmen für so selbstverständlich
wie die Erscheinungen der Natur. Sie wollen eine schnelle Lösung
ihrer momentanen Probleme. In zwei oder drei Tagen sollte alles
wieder in Ordnung sein. Ihre Begeisterung für Gott war so flüchtig
wie eine Wolke oder der Tau am Morgen. Doch Gott wünscht nicht
solche oberflächliche Umkehr. Seine Gnade kann nicht durch Opfer
erkauft werden. Saul hatte seine Beziehung zu Gott auch durch ein
Opfer wiederherstellen wollen, doch Gott hatte ihn gelehrt: Gehorsam
ist besser als Opfer. (1. Sam 15,22) Gott wünscht unsere Liebe
und unser ganzes Herz. Er möchte der Herr unseres Lebens sein. Er
wünscht sich, dass wir von ganzem Herzen zu ihm umkehren; dass
wir unsere eigene Schuld und seine Gnade tief erkennen.

Gebet: Herr, vergib mir meine Oberflächlichkeit. Lass mich dich von
Herzen lieben und tief erkennen.

Ein Wort: Gott wünscht Liebe und Erkenntnis

2. Dezember 2011

Sie werden Gott suchen, aber nicht finden

Hosea 5,1-14

(Hos 5,6) Alsdann werden sie kommen mit ihren Schafen und Rindern,
den Herrn zu suchen, aber ihn nicht finden; denn er hat sich
von ihnen gewandt.

Hosea wendet sich an die Priester als geistliche Leiter, das
Haus des Königs als die politischen Führer, aber auch an das Volk
(das Haus Israel). Ihnen war das Recht anvertraut. Gott hatte ihnen
sein Wort gegeben. Doch sie verstrickten sich in den Götzendienst
und fielen schließlich in die Grube, die sie sich selbst gegraben hatten.
Anstatt durch Gottes Wort von Gottes Geist erfüllt zu werden,
herrschte in ihren Herzen ein Geist der Hurerei, das heißt des Götzendienstes
und der Untreue gegenüber Gott. Ihre bösen Taten hinderten
sie daran, zu Gott umzukehren. In der Zeit der Not würden
sie versuchen, ihre Beziehung zu Gott durch allerlei Opfer wiederherzustellen.
Doch durch äußerliche Zeremonien würden sie Gott
nicht finden können. Gott sieht nicht zuerst auf das Opfer, sondern
auf den Opfernden. Nachdem Kain sein Herz für Gott verschlossen
hatte, konnte er den Weg zurück zu Gott auch durch das Opfer nicht
mehr finden. In derselben Situation befand sich Israel. Gott bereitete
sich darauf vor, sein Gericht zu vollstrecken, nicht nur an Israel,
sondern auch an Juda. Zuerst war er nur wie eine Motte oder
Made, die schleichend zerstört. Später würde er wie ein Löwe sein.
Israel wurde 722 v. Chr. durch die Assyrer erobert, Juda entkam 701
v.Chr. nur knapp.

Gebet: Herr, vergib mir meine Untreue und lass mich rechtzeitig zu
dir umkehren und dich von Herzen suchen.

Ein Wort: Suche Gott, solange er zu finden ist

1. Dezember 2011

Mein Volk ist ohne Erkenntnis

Hosea 4,1-19

(Hos 4,6) Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du
hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen,
dass du nicht mehr mein Priester sein sollst. Du vergisst das Gesetz
deines Gottes; darum will auch ich deine Kinder vergessen.

Gott hatte Grund zur Klage gegen sein Volk. Es gab keine Treue,
keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes mehr im Lande. Stattdessen
hatten Verfluchen, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen als
klare Verstöße gegen die Zehn Gebote überhandgenommen. Unter
der Sünde der Menschen musste auch die Natur leiden. Wie hatte
es dazu kommen können? Gott sieht die Schuld bei den Priestern
und Propheten. Bei ihnen lag die Verantwortung, Gottes Wort an
das Volk weiterzugeben und den Menschen zur Erkenntnis Gottes
zu helfen. Doch sie hatten selbst die Erkenntnis Gottes verworfen.
Sie vergaßen Gottes Wort. Anstatt den Menschen zu helfen, ihr
Sündenproblem vor Gott zu lösen, waren sie nur auf ihren Anteil
an den Sündopfern aus. Sie bereicherten sich damit noch an der
Sünde des Volkes. Die Folge war, dass das Volk bei verschiedenen
Götzen Halt und Orientierung suchte. Anstatt zu Gott im Gebet zu
kommen, standen sie vor einem Götzenbild (=Holz) und befragten
ein Orakel (=Stab). Wem Gottes Wort anvertraut ist, der trägt für
sein Volk eine besondere Verantwortung. Ohne Erkenntnis Gottes
geht ein Volk zugrunde.

Gebet: Herr, danke, dass du mir dein Wort anvertraut hast. Lass
mich die Erkenntnis Gottes weitergeben.

Ein Wort: Ein Volk ohne Erkenntnis Gottes ist dahin

30. November 2011

Geh noch einmal hin

Hosea 3,1-5

(Hos 3,1) Und der Herr sprach zu mir: Geh noch einmal hin und wirb
um eine buhlerische und ehebrecherische Frau, wie denn der Herr
um die Israeliten wirbt, obgleich sie sich zu fremden Göttern kehren
und Traubenkuchen lieben.

Hoseas Frau Gomer war nicht treu. Sie war eine gewohnheitsmäßige
Ehebrecherin. Offenbar hatte ihre Sünde dazu geführt,
dass sie in Sklaverei geraten war. Hosea hätte inzwischen genug von
ihr haben müssen und sie einfach für ihre Sünde bezahlen lassen
können. Doch Gott gab ihm eine andere Orientierung: Er sollte noch
einmal hingehen und um sie werben. Er sollte ihr die Chance auf
einen Neuanfang geben. Es war für Hosea nicht leicht, seine Enttäuschung
und verletzten Gefühle zu überwinden. Doch er gehorchte
Gott. Er musste für seine untreue Frau einen hohen Preis bezahlen,
um sie freizukaufen. Von nun an sollte ihr Leben vollkommen verändert
sein. Auch Israel sollte in der letzten Zeit zu Gott und seiner
Gnade umkehren. Hoseas Verhalten zeigt erneut die Liebe Gottes
zu den sündigen Menschen. Durch unsere eigene Schuld sind wir
in die Gefangenschaft der Sünde geraten. Doch Gott ist treu. Er hat
durch Jesus einen hohen Preis bezahlt, um uns freizukaufen. Nun
können wir ein verändertes Leben führen. Wenn wir Gottes Gnade
kennen, können auch wir noch einmal zu einem Menschen hingehen.

Gebet: Herr, du hast einen hohen Preis für mich bezahlt. Mache
auch mich bereit, noch einmal zu einem Menschen hinzugehen.

Ein Wort: Geh noch einmal hin!

29. November 2011

Verlobt für alle Ewigkeit

Hosea 2,16-25

(Hos 2,21) Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will
mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und
Barmherzigkeit.

Obwohl Israel Gott untreu geworden war, hatte Gott sie doch
nicht aufgegeben. Er wollte noch einmal einen Neuanfang mit ihnen
machen. Dazu wollte er sie locken, in die Wüste führen und
freundlich mit ihnen reden. Die Wüste ist ein Ort der Buße und Erneuerung.
Gott wollte Israel seine fruchtbaren Weinberge zurückgeben.
Das Tal Achor (=Unglückstal), den Ort einer durch Schuld
verursachten Niederlage (Josua 7), wollte Gott zum Tor der Hoffnung
machen. Gott wollte die Namen der Götzen aus ihrem Leben
beseitigen. Vor allem wollte Gott einen Bund der Verlobung mit
seinem Volk eingehen. Gottes Bund sollte ein ewiger Bund sein. Er
ist gegründet auf Gerechtigkeit und Recht ebenso wie auf Gnade
und Barmherzigkeit. Gerechtigkeit und Gnade scheinen einander
auszuschließen. Aber Gott brachte beides zusammen in Jesus, der
an unserer Stelle den Kreuzestod auf sich nahm, der selbst voller
Gnade und Wahrheit ist. Das wertvollste Verlobungsgeschenk besteht
darin, Gott zu erkennen. Gott wollte auch die Bedeutung der
Namen von Hoseas Kindern umkehren. Jesreel sollte kein Ort des
Gerichtes, sondern der Fruchtbarkeit sein, über Lo-Ruhama wollte
er sich erbarmen, Lo-Ammi sollte wieder sein Volk sein.

Gebet: Herr, danke für den neuen und ewigen Bund mit dir in Jesus,
der voller Gnade und Wahrheit ist.

Ein Wort: Für alle Ewigkeit mit Gott verbunden

28. November 2011

Kinder des lebendigen Gottes

Hosea 2,1-15

(Hos 2,1) Es wird aber die Zahl der Israeliten sein wie der Sand am
Meer, den man weder messen noch zählen kann. Und es soll geschehen,
anstatt dass man zu ihnen sagt: „Ihr seid nicht mein Volk“,
wird man zu ihnen sagen: „O ihr Kinder des lebendigen Gottes!“

Nachdem er Gottes Gericht verkündigt hat, schaut der Prophet
voraus auf die Zeit, wo Israel und Juda wiedervereinigt und
unter einem gemeinsamen Haupt als Kinder des lebendigen Gottes
leben würden. Dies wurde in Jesus erfüllt, in dem die Gläubigen
eins sind und ihre Beziehung zu Gott wiederhergestellt wird. Gott
forderte jedoch sein untreues Volk auf, sich von den Zeichen ihres
Götzendienstes endlich zu trennen. Die Israeliten dachten, dass
der Fruchtbarkeitskult ihnen Reichtum, Wohlstand und Sicherheit
bringt. Dabei sind es nicht tote Götzen, sondern der lebendige Gott,
der allen Segen gibt. Alles was wir sind und haben, kommt von Gott,
unserem Schöpfer. Wir sind sein Werk und Eigentum. Auch heute
versprechen uns verschiedene Götzen der Welt wie Reichtum,
Ehre, Macht oder Vergnügen, unser Leben gesegnet und glücklich
zu machen. Doch sie können den Durst unserer Seele nicht stillen.
In dem lebendigen Gott allein finden wir ein gesegnetes Leben. Wir
sollen dafür die Zeichen unseres Götzendienstes ablegen und als
Kinder des lebendigen Gottes leben.

Gebet: Herr, mache mich frei von weltlichen Abhängigkeiten und
lass mich als Kind des lebendigen Gottes leben.

Ein Wort: Lebe als Kind des lebendigen Gottes

Einleitung zum Buch Hosea

Gottes Liebe sichtbar machen

Der Name Hosea bedeutet „Er (der Herr) rettet/hilft“. Hosea
stammte aus dem Nordreich Israel, wo er zwischen 750 und 722 v.
Chr. wirkte, während Jesaja und Micha in Juda auftraten. Es waren
die turbulenten letzten Jahre des Nordreiches Israel, bevor es von
den Assyrern erobert wurde. Der Götzendienst hatte damit begonnen,
dass König Jerobeam I. zwei goldene Kälber aufgestellt und zur
Staatsreligion erhoben hatte, weil er befürchtete, dass die jährliche
Wallfahrt zu den religiösen Festen nach Jerusalem zu einer raschen
Wiedervereinigung führen könnte. In der Folge hatte Israel sich
durch den Götzendienst immer mehr von Gott entfernt. Ihre Sünde
und Untreue trug bittere Früchte. Nach dem Tod Jerobeams II. folgten
innerhalb von nur 25 Jahren sechs Könige, von denen 4 ermordet
wurden. Israel suchte Hilfe bei starken Bündnispartnern in der
Außenpolitik anstatt bei Gott. Gott aber liebte sein untreues Volk
unverändert und lud es durch Hosea zur Umkehr ein. Hosea sollte
jedoch nicht nur Gottes Gericht mit klaren Worten verkündigen. Er
sollte Gottes unveränderliche Liebe und Gnade durch sein eigenes
Leben predigen. Gott gebot ihm, eine Prostituierte zu heiraten und
trotz ihrer Untreue bis zum Ende zu lieben. Als sie durch ihr Verhalten
in Sklaverei geriet, sollte er sogar noch einmal hingehen und sie
mit einem hohen Preis freikaufen, bis sie ein ganz verändertes Leben
führen könnte. Hosea zeigt uns, wie wir unveränderlichen und
hartnäckigen Sündern nicht nur Gottes Wahrheit klar verkündigen,
sondern ihnen auch Gottes Liebe und Gnade praktisch vorleben

26. November 2011

Predige durch dein Leben

Hosea 1,1-9

(Hos 1,2) Als der Herr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu
ihm: Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das
Land läuft vom Herrn weg der Hurerei nach.

Als Gott anfing, durch Hosea zu reden, wollte er das nicht
durch Worte, sondern durch das praktische Leben des Propheten
tun. Er sprach zu ihm: „Geh hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder…“
Eine Prostituierte kann nicht einfach heiraten und in
ein anständiges Leben zurückkehren, als ob nichts gewesen wäre.
Sie kann nicht treu sein. Deshalb würde niemand eine Prostituierte
heiraten wollen. Doch Hosea gehorchte Gott. Er war bereit, einen
untreuen und verdorbenen Menschen anzunehmen und bis zum
Ende zu lieben. Damit zeigte er Gottes Liebe zu seinem Volk Israel.
Gottes Volk war ihm untreu geworden und hatte sich verschiedenen
Götzen zugewandt. Alles hatte angefangen mit König Jerobeam, der
zwei goldene Kälber aufgestellt hatte. Doch obwohl die Menschen
untreu waren, liebte Gott sie unveränderlich. Die Namen, die Hosea
seinen Kindern geben sollte, waren „Kurzpredigten“, die Gottes Gericht
ankündigten, „Jesreel“ war der Ort, wo Gott sein Gericht über
sein Volk bringen wollte. „Lo-Ruhama“ bedeutet: „Kein Erbarmen“,
„Lo-Ammi“ heißt „Nicht mein Volk“. Israel hatte gewählt, nicht mehr
Gottes Volk zu sein. Sie mussten die Folgen ihrer Sünde tragen.

Gebet: Herr, lass mich deine Gnade und Wahrheit nicht nur mit
Worten, sondern zuerst mit meinem ganzen Leben predigen.

Ein Wort: Predige durch dein praktisches Leben