8. November 2010

Hebräer 11,23-27

Glaube an Gottes Belohnung

(Hebr. 11,26) und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.

Als Mose geboren wurde, sollten alle männlichen Neugeborenen in den Nil geworfen werden. Deshalb hätte seine Geburt ein Anlass der Verzweiflung sein können. Doch seine Eltern betrachteten ihn mit den Augen des Glaubens, überwanden ihre Furcht und retteten sein Leben. Mose wuchs als Sohn der Tochter des Pharao auf. Er bekam die beste Ausbildung und ihm standen alle Türen offen. Vielleicht hätte er sogar Chancen auf den Thron gehabt. In einer einflussreichen Position am Hof hätte seinem Volk viel Gutes tun können. Doch Mose wurde klar, dass er eine Entscheidung treffen musste. Entweder er würde eine Zeit lang Reichtum und Einfluss in Ägypten genießen, doch der Genuss der Sünde ist auf dieses Leben begrenzt. Oder aber er würde mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden. Auf der Seite des Volkes Gottes zu stehen und die Schmach Christi zu tragen, würde Gottes ewige Belohnung finden. Als Mose auf Gottes Belohnung sah, konnte er die richtige Entscheidung treffen. Wenn wir auf Gottes Belohnung schauen, bekommen auch wir die Kraft, uns für die Schmach Christi und die Leiden mit Gottes Volk zu entscheiden.

Gebet: Herr, lass mich auf deine Belohnung schauen und am Leiden des Volkes Gottes aktiv teilnehmen.

Ein Wort: Schaue auf die Belohnung!

4. November 2010

Hebräer 11,1-7

Glaube, der Gott gefällt

(Hebr. 11,6) Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist, und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.

Kapitel 11 ist das Kapitel des Glaubens. Vers 1 gibt eine Definition: eine feste Zuversicht auf unsere Hoffnung und ein Nichtzweifeln an dem, was wir (noch) nicht sehen. An erster Stelle steht der Schöpfungsglaube, dass Gott die Welt durch sein Wort aus dem Nichts geschaffen hat. Im Laufe des Kapitels werden verschiedene Vorfahren und Helden des Glaubens genannt. Was Gott an ihnen anerkannte, waren nicht ihre Leistungen und Taten, sondern allein ihr Glaube. Dieser Glaube drückte sich auf unterschiedliche Weise aus. Abel, Henoch und Noah werden als erstes genannt. Abels Glaube drückt sich in seinem Opfer aus. Anders als Kain opferte er Gott das Beste, die Erstlinge seiner Herde. Letztendlich musste er sogar sein Leben opfern. Doch sein Glaube überdauerte seinen Tod. Henoch wandelte mit Gott und wurde deshalb ohne die Leiden des Todes direkt in Gottes Gegenwart entrückt. Noah ehrte Gott durch seinen Glaubensgehorsam, eine Arche zu bauen, die die Schöpfung und seine Familie vor dem Gericht Gottes rettete. Abel steht symbolisch für Jesu Opfertod, Henoch für seine Auferstehung und Noah für das Gericht und Gottes rettende Gnade. Ohne Glauben an Gottes Existenz und seinen himmlischen Lohn ist es unmöglich, ihm zu gefallen.

Gebet: Herr, lass mich dir heute durch den Glauben gefallen und ein praktisches Glaubenszeugnis ablegen.

Ein Wort: Gefalle Gott durch den Glauben

30. September 2010

Hebräer 10,19-39

Wir weichen nicht zurück

(Hebr. 10,39): Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen und verdammt werden, sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.

Durch das Blut Jesu haben wir die Freiheit, in das Heiligtum einzutreten, eine persönliche Beziehung zu Gott zu haben. Wie sollen wir unser neues Leben führen? Wir sollen nicht distanziert bleiben, sondern mit Zuversicht zu Gott kommen. Wir sollen unsere Hoffnung und Glaubensüberzeugung in jeder Lage festhalten. Wir sind auch nicht gleichgültig gegenüber unseren Glaubensgeschwistern, sondern haben auf sie Acht, das heißt, haben ein tiefes Interesse für sie. Wir ermutigen uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Werken. Wir versäumen nicht unsere Versammlungen, sondern nutzen sie als Gelegenheit, uns zu ermahnen und Gebetsunterstützung zu leisten und zu bekommen. Nachdem wir einmal Jesu Gnade tief erfahren haben, ist ein Rückzug in unser altes Leben keine Option. In der Anfangsphase ihres Glaubens hatten die Hebräer viele Verfolgungen und Leiden geduldig ertragen. Sie konnten dies tun, weil sie in Jesus eine lebendige Hoffnung hatten. Nun brauchten sie Geduld, um nicht kurz vor dem Ziel aufzugeben. In der Zeit der Bedrängnis können wir zu denen gehören, die zurückweichen, oder zu denen, die durch den Glauben weiterziehen. Wir gehören nicht zu denen, die zurückweichen, sondern die glauben und die Seele erretten.

Gebet: Herr, lass mich in der Zeit der Bedrängnis nicht zurückweichen, sondern durch den Glauben vorangehen.

Ein Wort: Weiche nicht zurück!

29. September 2010

Hebr. 9,23-10,18

Mit einem Opfer für immer vollendet

(Hebr. 10,14) Denn mit einem Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden.

Die Opfer des Alten Bundes waren vor Gott unvollkommen. Weil sie die Sünde nicht überwinden und die Menschen nicht innerlich verändern konnten, mussten sie ständig wiederholt werden. Alle Brandopfer und Sündopfer waren nicht das, was Gott eigentlich gewollt hatte. Die Menschen wurden hierdurch nur daran erinnert, dass sie Sünder waren und Vergebung brauchten. Christus dagegen ist erschienen, um durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. Hiermit hat er Gottes Willen bis zum Ende erfüllt. Wenn wir Jesu Opfer durch den Glauben annehmen, dann werden unsere Sünden vergeben und wir können in die Gegenwart Gottes eintreten. Wo Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde. Es gibt keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind. Wir können unser Sündenproblem nicht durch gute Werke oder ein Opfer aus der Welt schaffen oder uns mit eigener Kraft verändern. Genesis 3 zeigt, wie alle menschlichen Strategien, mit der Sünde fertig zu werden, scheitern. Allein in Jesus finden wir Vergebung und werden zu einer neuen Kreatur verändert. Dann werden wir befähigt, Gottes Willen zu tun, das was ihm wirklich gefällt.

Gebet: Herr, danke für Jesus, der das einzige Opfer gebracht hat, das dir gefällt. Lass mich zu ihm kommen und geheiligt und erneuert werden.

Ein Wort: Komme zu Jesus und werde verändert!

28. September 2010

Hebräer 9,1-22

Gereinigt von den toten Werken

(Hebr. 9,14) um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

Die irdische Stiftshütte bestand aus einem vorderen Teil, dem Heiligtum, wo sich der siebenarmige Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar befanden. Hier richteten die Priester täglich den Gottesdienst aus. Der hintere Teil, das Allerheiligste, war mit einem Vorhang abgetrennt. Hier befanden sich das goldene Räuchergefäß, die Bundeslade mit den Tafeln des Bundes, der Krug mit Manna und der Stab Aarons, der gegrünt hatte. Vor allem gab es dort den Gnadenthron. Hier war der Ort, wo Gott persönlich anwesend war. Diesen Ort durfte nur der Hohenpriester einmal im Jahr betreten, indem er das Blut von Opfertieren für die Vergebung der Sünden brachte. Dieses Blut konnte die Menschen aber nicht vollkommen von ihren Sünden reinigen. Die Trennung von Gott blieb bestehen. Das Opfer war unvollkommen, deshalb musste es jährlich wiederholt werden. Jesus dagegen hat ein vollkommenes Opfer gebracht. Er hat sich selbst geopfert und sein eigenes Blut vergossen. Damit hat er den Weg zu Gott für uns geöffnet und eine ewige Erlösung erworben. Er reinigt unser Gewissen von den toten Werken. Er ermöglicht es uns, ein erneuertes Leben zu führen und dem lebendigen Gott zu dienen.

Gebet: Herr, danke für die ewige Erlösung durch Jesus Christus. Lass mich heute dem lebendigen Gott dienen.

Ein Wort: Diene dem lebendigen Gott!

27. September 2010

Hebräer 8,1-13

Ein besserer Bund

(Hebr. 8,10) Denn das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

Jesus sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät. Er ist ein Diener am wahren und vollkommenen Heiligtum. Mose hatte die Stiftshütte als Abbild der wahren Stiftshütte im Himmel errichtet; ebenso war der Tempel nur ein schwaches irdisches Abbild des wahren Heiligtums. Der erste Bund, den Gott am Berg Sinai mit seinem Volk schloss, war ebenso schwach und unvollkommen. Er forderte den Gehorsam gegenüber dem Gesetz und beruhte auf der Willenskraft der Menschen. Doch die schwachen Menschen konnten mit ihrer eigenen Kraft die Sünde nicht besiegen und den Bund nicht halten. Deshalb konnte der erste Bund keine vollkommene Reinigung von den Sünden schaffen. Eine solche Reinigung gibt es nur im Glauben an Jesus Christus. In Jesus richtete Gott einen neuen Bund auf. Er vergibt unsere Sünde und reinigt uns von unserer Ungerechtigkeit. Er wird damit zu unserem Gott und wir zu seinem Volk. Er gibt das Gesetz in unseren Sinn und schreibt es in unser Herz. Wir werden befähigt, nach Gottes Wort zu leben, so wie die Bergpredigt es beschreibt (Mt. 5-7).

Gebet: Herr, danke für den neuen Bund in Jesus. Schreibe dein Wort in mein Herz.

Ein Wort: Jesus ist der Mittler des neuen Bundes

25. September 2010

Hebräer 7,1-28

Die Kraft unzerstörbaren Lebens

(Hebr. 7,16) der es nicht geworden ist nach dem Gesetz äußerlicher Gebote, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens.

Im Alten Testament empfingen die Nachkommen Levis das Priestertum. Jesus aber wurde der ewige Hohenpriester nach der Ordnung Melchisedeks. Melchisedek war König von (Jeru)salem und bedeutet übersetzt: „König der Gerechtigkeit“. Er taucht in der Genesis auf ohne Information über seine Herkunft und seinen Stammbaum. Gemäß Psalm 110,4 war er ein Priester in Ewigkeit. Er ist der prophetische Hinweis auf den Messias, den wahren Hohenpriester. Abraham gab ihm den Zehnten und wurde von ihm gesegnet. Somit steht Melchisedek und damit Jesus höher als Abraham und Levi, der von Abraham abstammt. Während die Nachkommen Levis nach dem Gesetz und ohne einen Eid Priester wurden, hat Gott Jesus durch einen Eid bestätigt (Psalm 110,4). Sein Priestertum kam aus der Kraft unzerstörbaren Lebens, das heißt aus seiner Auferstehung. Deshalb kann er in Ewigkeit unser Hohenpriester sein, der unsere Beziehung zu Gott wiederherstellt. Während die levitischen Priester täglich zunächst für ihre eigene Sünde opfern mussten, ist Jesus heilig und ohne Schuld, rein und ohne Fehler. Er hat ein Opfer gebracht, das für alle Zeit gilt. Alle, die zu ihm kommen, kann er für immer selig machen.

Gebet: Herr, danke für Jesus, den wahren Hohenpriester durch die Kraft unzerstörbaren Lebens.

Ein Wort: Jesus hat die Kraft unzerstörbaren Lebens

24. September 2010

Hebräer 6,9-20

Hoffnung ist der Anker unserer Seele

(Hebr. 6,19) Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang.

Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst die guten Taten und das dienende Leben der Gläubigen nicht. Immer noch war etwas davon bei den Empfängern des Hebräerbriefes zu spüren. Sie sollten nun nicht träge werden, sondern durch Glauben und Geduld bis zum Ende Gottes Verheißungen festhalten. Was Menschen träge macht, ist der Zweifel an Gottes Verheißungen. Ein positives Beispiel ist Abraham. Er hatte von Gott eine doppelte Sicherheit empfangen: Gott hatte ihm nicht nur seine Verheißung gegeben, dass er ihn segnen und mehren wollte, sondern er hatte sich zusätzlich durch einen Eid gebunden. Deshalb konnte Abraham aus seiner Heimat ausziehen und 25 Jahre lang mit Geduld und Zuversicht warten. Schließlich bekam er einen Sohn und erfuhr, dass Gott seine Verheißungen erfüllt. Derselbe Gott hat uns versprochen, uns zu seiner Ruhe und in sein Reich zu führen. Unsere Hoffnung ist daher eine lebendige, sichere und begründete Hoffnung. Sie gleicht einem Anker, der einem Schiff Halt gibt und der verhindert, dass wir mit dem Strom der Zeit weggetrieben werden. Letztendlich ist unsere Hoffnung hinter dem Vorhang, das heißt in der Gegenwart Gottes verankert, in die Jesus, unser Vorläufer, bereits eingetreten ist.

Gebet: Herr, schenke mit Glauben und Geduld, an deinen Verheißungen und deiner Hoffnung festzuhalten.

Ein Wort: Ich bin verankert in Gott

23. September 2010

Hebräer 5,11-6,8

Trage Frucht und empfange Segen

(Hebr. 6,7) Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott.

Der Verfasser möchte tiefer über die Bedeutung von Jesu hohepriesterlichem Amt sprechen, doch er findet seine Leser schlecht vorbereitet. Sie sind schon seit langer Zeit Christen, deshalb sollten sie längst Bibellehrer und Hirten für andere mit einer geistlich reifen Innerlichkeit sein. Doch sie gleichen mehr kleinen Kindern, die nur geliebt werden und die Gnade genießen möchten. Eigentlich müsste man sie noch einmal die Anfangsgründe des Glaubens von vorne lehren. Doch der Verfasser möchte sich lieber dem geistlich Vollkommenen zuwenden und über die tiefe Bedeutung Jesu sprechen. Wer einmal Gottes Gnade erfahren und in Jesus ein neues Leben gefunden hat, für den gibt es keinen Weg zurück in ein Leben ohne Gott. Damit würde er Jesus erneut kreuzigen und zum Spott machen. Wir sind vielmehr wie eine Erde, die regelmäßig Gottes Regen, das heißt sein Wort, seine Gnade und seinen Geist, von oben empfängt, und deshalb nützliche Frucht tragen und Gottes Segen empfangen soll. Im Glaubensleben soll es keinen Stillstand, sondern geistliches Wachstum geben, das geistliche Frucht bringt.

Gebet: Herr, lass mich nicht in den Anfangsgründen des Glaubens stehen bleiben, sondern zu einem geistlich reifen Bibellehrer wachsen und gute Frucht tragen.

Ein Wort: Trage Frucht und empfange Segen!

18. September 2010

Hebräer 3,7-19

Ermahnt euch selbst alle Tage

(Hebr. 3,13) sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es „heute“ heißt, dass nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde.

Der Verfasser zitiert Psalm 95, wo an die Wüstenwanderung des Volkes Gottes erinnert wird. Die Israeliten hatten gut angefangen, indem sie im Vertrauen auf Gottes Wort aus Ägypten ausgezogen waren und das Rote Meer durch den Glauben durchquert hatten. Doch dann verstockten sie ihr Herz gegenüber Gottes Wort. Als sie in Zweifel und Unglauben gegenüber Gottes Verheißung gerieten, konnte die Sünde sie betrügen. Sie sahen nicht mehr Gottes errettende Liebe und die großartige Hoffnung auf das verheißene Land, sondern sie rebellierten wegen des schlechten Essens, des Wassermangels oder anderer äußerer Schwierigkeiten. Die Sünde versucht auch heute, uns zu betrügen und unser Herz gegenüber Gottes Wort zu verstocken. Wir sollen aber nicht den gleichen Fehler wie die Israeliten begehen. Unser „heute“ ist jedes Mal, wenn wir Gottes Wort hören. Wir sollen unser Herz nicht verstocken, sondern Gottes Wort aufmerksam hören und es durch den Glauben annehmen und ihm folgen. Diesen geistlichen Kampf können wir nicht alleine gewinnen. Wir brauchen die Unterstützung unserer Glaubensgeschwister, indem wir uns jeden Tag gegenseitig ermahnen.

Gebet: Herr, öffne mein Herz, dass ich heute deine Stimme höre und dein Wort durch den Glauben annehme.

Ein Wort: Höre heute Gottes Stimme!

17. September 2010

Hebräer 3,1-6

Wir sind Gottes Haus

(Hebr. 3,6) Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten.

Als diejenigen, die an der himmlischen Berufung teilhaben, sollen wir auf Jesus schauen. Jesus wird hier als Apostel und Hohenpriester bezeichnet. Als Apostel vertritt er Gottes Sache bei uns; als Hohenpriester vertritt er unsere Sache bei Gott. Im Folgenden werden Jesus und Mose einander gegenübergestellt. Ihr gemeinsamer Punkt war die Treue. Mose genoss bei den Juden(Christen) besonderes Ansehen. Er war aber nur der Knecht und Verwalter über Gottes Haus, das heißt die Gemeinde. In dieser Aufgabe hat er sich als treu erwiesen. Entscheidend für die Bedeutung eines Hauses ist jedoch der Erbauer und Architekt. Der Erbauer des Hauses Gottes, der Gemeinde, ist Gott selbst. Deshalb hat Jesus als Sohn Gottes in Gottes Haus eine höhere und wichtigere Funktion, weil er der Miterbauer ist. Gottes Haus ist kein physisches Gebäude. Die Gläubigen sind Gottes Haus, der Ort, wo Gott geehrt, verherrlicht und angebetet wird. Wie können wir zu Gottes Haus gehören? Wir sollen unseren Glauben, das Vertrauen auf Gottes Wort und Verheißungen, festhalten. Wir sollen unsere ewige Hoffnung in Christus festhalten.

Gebet: Herr, danke, dass ich zu deinem Haus gehören darf. Lass mich mein Vertrauen und meine Hoffnung festhalten und mich als treu erweisen.

Ein Wort: Wir sind Gottes Haus

16. September 2010

Hebräer 2,5-18

Jesus hat dem Tod die Macht genommen

(Hebr. 2,14) Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel.

Der Verfasser beschreibt das Werk und die Stellung Jesu anhand eines Zitates aus Psalm 8. Einige verachteten offenbar Jesus, weil er kein Engel, sondern ein schwacher Mensch war, leiden und sterben musste. Doch Jesus musste für eine kurze Zeit niedriger sein als die Engel, weil er Fleisch und Blut annehmen und in allem ein Mensch werden musste wie wir. Er hat gelitten und ist versucht worden wie wir. Deshalb kann er denen helfen, die versucht werden. Er hat durch seinen Tod unsere Sünden gesühnt. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er dem Teufel endgültig seine Macht genommen. Der Teufel macht durch die Furcht vor dem Tod die Menschen zu seinen Knechten. Weil Jesus den Tod besiegt hat, erlöst er uns aus der Furcht und schenkt uns durch den Auferstehungsglauben wahre Freiheit. Er macht uns zu Kindern Gottes und nennt uns seine Brüder. Weil er uns gleich wurde, kann er unser wahrer Hohepriester sein. Weil er selbst gelitten hat und versucht worden ist, kann er uns helfen, die wir versucht werden.

Gebet: Herr, danke für Jesus, der Leiden und Tod auf sich genommen hat, um mich von der Macht des Todes zu befreien.

Ein Wort: Jesus macht uns frei

15. September 2010

Hebräer 2,1-4

Mehr auf das Wort achten

(Hebr. 2,1) Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.

Jesus ist Gottes Sohn und Ebenbild, der alles durch sein kräftiges Wort trägt. Deshalb sollen wir desto mehr auf sein Wort achten. Ohne sein Wort besteht die Gefahr, dass wir an unserem Lebensziel vorbeitreiben wie ein Schiff, das ohne Ruder und Kompass fährt. Bereits das Gesetz im Alten Testament, nach jüdischer Überlieferung durch Engel übermittelt, war fest und seine Übertretung mit entsprechenden Folgen verbunden. Doch durch das Evangelium kam ein viel größeres Heil zu den Menschen, die dadurch von den Sünden erlöst werden. Das Evangelium nahm seinen Anfang mit der Predigt des Herrn. Es wurde durch viele Zeugen bestätigt, zu denen Matthäus, Markus, Lukas und Johannes gehören, aber auch noch viele andere. Gott selbst hat dazu Zeugnis gegeben durch Zeichen, Wunder, mächtige Taten und vor allem durch die Austeilung des Heiligen Geistes. Durch den Heiligen Geist wurden die furchtsamen Jünger zu mutigen Zeugen des Evangeliums verändert und ein fanatischer Christenverfolger Paulus zum Apostel für die Heiden. Deshalb sollen wir auf Gottes Wort achten, damit auch wir unser Lebensziel erfüllen.

Gebet: Herr, danke für dein lebendiges Wort. Lass mich heute auf dein Wort achten und mein Lebensziel erfüllen.

Ein Wort: Achte auf Gottes Wort!

14. September 2010

Einleitung zum Hebräerbrief

Aufsehen zu Jesus

Der Verfasser dieses Briefes wird nicht genannt. Er kannte Timotheus und wurde offensichtlich von Apostel Paulus beeinflusst. Er beherrschte die griechische Sprache und Philosophie besser als alle anderen Autoren des Neuen Testamentes. Er richtet sein Schreiben an eine Gruppe von Judenchristen, die bereits längere Zeit ein Glaubensleben führten, aber begannen, im Glauben müde zu werden. In gewisser Weise ist der Hebräerbrief damit das Gegenstück zum Römerbrief, der auf heidenchristliche Leser abgestimmt ist. Der Verfasser erinnert an die Glaubensvorbilder des Alten Testamentes. Diese konnten die Verheißungen nur von ferne schauen, die durch Jesus Wirklichkeit geworden sind. Die Person und das Werk Jesu Christi werden dem Opfersystem im Alten Testament gegenübergestellt. Christus ist das wahre Opfer und der wahre Hohepriester, weil er die Mauer der Sünde niedergerissen und uns einen Zugang zu Gott verschafft hat. Wenn wir zu diesem Jesus aufsehen, können wir unser Glaubensleben ohne müde zu werden führen und das Ziel unseres Glaubens erreichen. Der Hebräerbrief wurde vermutlich vor dem Jahr 70 n. Chr. verfasst, denn wenn der Tempel zur Zeit der Abfassung schon zerstört gewesen wäre, hätte der Verfasser sicher darauf Bezug genommen, nachdem er so ausführlich über den Opferdienst geschrieben hatte. So nimmt man als Verfassungszeit die 60er Jahre des ersten Jahrhunderts an. Leitverse sind Kapitel 12,1+2a: „Darum auch wir, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.“

Hebräer 1,1-14

Wer ist Jesus?

(Hebr. 1,3) Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.

Der Hebräerbrief beginnt mit einer Ausführung darüber, wer Jesus Christus ist. Gott hatte sich im Alten Testament auf viele verschiedene Arten durch die Propheten unseren Glaubensvorfahren offenbart. Jetzt sind die letzten Tage (das heißt die Endzeit) angebrochen, wo er zu uns durch seinen Sohn redet. Jesus ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, sodass wir in ihm Gott selbst erkennen. Durch Jesus hat Gott die Welt erschaffen. Jesus trägt auch heute noch alle Dinge mit seinem kräftigen Wort. Jesu Wort hat Kraft, uns zu einer neuen Kreatur zu verändern und uns unser Glaubensleben hindurch zu tragen. Jesus hat durch sein Opfer die Reinigung von den Sünden vollbracht. Er ist von den Toten auferstanden und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt. Dieser Jesus ist der Mittelpunkt und das Ziel unseres Glaubenslebens. Zur Zeit des Hebräerbriefes gab es Irrlehren, die die Engel in den Mittelpunkt rücken wollten. Doch der Verfasser weist durch sieben Textstellen aus dem Alten Testament (5-14) nach, dass Jesus weit über den Engeln steht.

Gebet: Herr, danke für Jesus, den Abglanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens. Lass mich sein Wort festhalten.

Ein Wort: Jesus trägt alles durch sein Wort.