23. November 08

Wie ein kleines Kind bei seiner Mutter

Psalm 131,1-3
Leitvers 131,2

Wir Menschen neigen dazu, viel von uns selbst zu halten. Wir wollen unabhängig sein und unser Leben autonom gestalten. Wir machen viele eigene Pläne. David war anders. Sein Herz war nicht hoffärtig und seine Augen waren nicht stolz. Stolz ist gleichbedeutend mit Unabhängigkeit von Gott und mit Ungehorsam gegen ihn. Stolze Augen sind dem Herrn ein Gräuel (Spr 6,17). David aber wusste, dass er von Gott abhängig war. Darum gab es in ihm keinen Raum für Hochmut, auch wenn er ein großartiger und erfolgreicher König war und viel Macht besaß. Er wusste, dass er alles nur Gott verdankte. Seine Denkweise war ganz einfach. Er beschäftigte sich nicht mit Dingen, die über seinen Horizont gingen. Ihm war bewusst, dass seine Einsicht als Mensch begrenzt war. Er vertraute darauf, dass Gott in seiner grenzenlosen Weisheit ihn Schritt für Schritt auf dem besten Weg führen würde. Weil er solches Vertrauen auf Gott hatte, konnte seine Seele bei Gott Ruhe finden. Er fühlte sich bei Gott wie ein kleines Kind, das nach dem Stillen gesättigt und voller Frieden ist. Das ist reifer Glaube, wenn wir keine Lust mehr an eigenwilligen Gedanken haben, sondern im Herrn ruhen. Aufgrund seiner Erfahrung rief David sein Volk zum Gottvertrauen auf. So dürfen auch wir andere einladen, auf den Herrn zu hoffen.
Gebet: Herr, ich lasse allen Stolz und alles eigene Planen los und suche nur Ruhe in dir.

Ein Wort: Die Seele findet Ruhe bei Gott.

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