1. August 2010

Psalm 18,1-25
Als mir Angst war, rief ich den Herrn an
(Ps 18,7) Als mir Angst war, rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel.
Wie ein Liebeslied beginnt dieser Psalm mit Dank für Rettung und Sieg (2.3). Wie konnte er vor seinen Feinden errettet werden? Er rief den Herrn, den Hochgelobten an. Anrufen war das Geheimnis der Errettung. Des Todes Bande und die Fluten des Verderbens bedrohten ihn sehr (5-6). Er war voller Angst (7a). In Hilflosigkeit schrie er zu seinem Gott (7). Und sein Schreien kam vor Gottes Ohren (7). Waren Erdbeben und Vulkanausbruch der Ausdruck des Zornes Gottes (8-9)? Der Beter beschreibt in den Versen 5-20 seine Errettung aus der Todesangst. Das Gefühl des Gefangenseins, des Verstricktseins in „den Ketten des Todes“ oder des Ertrinkens in Angst und Ausweglosigkeit kann auch heute Menschen mit großer Wucht überfallen und lähmen. Depression oder Panikattacke, unter denen heute nur allzu viele Menschen leiden, fühlen sich genauso an wie das, was David hier beschreibt. Dass der rettende Gott nun selber erst einmal bedrohlich erscheint, wenn er in Unwetter, Donner, Vulkanausbruch und Blitz ankommt, enthält einen großen Trost. Denn nur ein starker Gott vor dem Hölle und Totenreich zitternd zurückweichen, kann uns retten. Vers 17 erinnert uns an die Geschichte vom sinkenden Petrus, der zu Jesus schreit und sofort herausgezogen wird.
Gebet: Herr, ich schreie aus meiner Hilflosigkeit zu dir, und du erhörst mich.
Ein Wort: Mein Schreien kam vor meinen Gott